Verkehrswende auf Fraport-Art?

WochenBlick-Leser Bernd Zürn aus Flörsheim hat sich über den Bauzaun, der den Radweg nach Walldorf versperrt, geärgert. Foto: Zürn
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WochenBlick-Leser Bernd Zürn aus Flörsheim hat sich über den Bauzaun, der den Radweg nach Walldorf versperrt, geärgert. Foto: Zürn

Freitag, 27. September. Ich fahre mit dem Rad am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens vorbei Richtung Walldorf. Der gut ausgebaute Radweg endet im Bereich der Baustelle des Terminals 3.

Auf mehrspurigen Betonpisten radle ich weiter, den Schildern „Walldorf“ folgend. Plötzlich ein gut mannshoher Bauzaun, so weit das Auge reicht. Wie zum Hohn steht dort ein weiteres Hinweisschild: allerdings hinter dem Bauzaun! Der Radweg, einladend und in gutem Zustand, geht zwar dahinter weiter, ist aber gesperrt. Irgendwelche Hinweise auf Umleitungen? Fehlanzeige! Also schiebe ich mein Rad am Zaun entlang bis zu einer kleinen Lücke. Dort zwänge ich mich und mein Fahrzeug – natürlich illegal – hindurch. Durch Gestrüpp, Pfützen und Baumaterial erreiche ich dann wieder den (eigentlich gesperrten) Radweg. Ihm folge ich bis zum nächsten Bauzaun. Auch dort finde ich endlich eine Lücke, um das Baugelände wieder zu verlassen.

Über diesen Vorfall habe ich mich tierisch geärgert. Dieses Gebiet war einmal Bannwald und wegen seiner „hervorragenden Bedeutung“ streng geschützt. Nachdem viele Hektar wertvollsten Waldes zerstört wurden, entsteht dort eine riesige Betonfläche. Ziel dieser Maßnahme: Der Flugverkehr, das umweltschädlichste Verkehrsmittel, soll ausgebaut werden. Dass dabei das umweltfreundlichste Verkehrsmittel – das Fahrrad – einfach abgedrängt wird, ist schon recht absurd. Nicht nachvollziehbar ist für mich auch, dass die Behörden nicht einschreiten, wenn ein privates Unternehmen (Fraport) öffentliche Wege einfach sperrt und dadurch die legale Radtour beendet.

Ist das die viel beschworene „Verkehrswende“?

Bernd Zürn

Schillerstraße 1

65439 Flörsheim am Main

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