Kreisveterinäramt warnt vor dubiosen Geschäftemachern

Tiere sind kein Urlaubssouvenir

Süß, aber Teil einer weniger netten Geschichte: Diese drei Malteser Welpen wurden von dubiosen Händlern illegal in den Main-Taunus-Kreis eingeführt. Foto: Main-Taunus-Kreis

Main-Taunus-Kreis (red) – Bei diesem Anblick geht nicht nur jedem ausgemachten Hundeliebhaber das Herz über. Allerdings wurden die drei Malteser-Welpen von dubiosen Händlern illegal in den Main-Taunus-Kreis eingeführt. Und genau davor hat das Kreisveterinäramt jetzt gewarnt.

Junge Hunde aus dem Ausland seien oft nicht gegen Tollwut geimpft oder schwer krank. Ziel der Ganoven sei, sie möglichst schnell und für viel Geld zu verkaufen. Man sollte sie auch nicht aus den Ferien mitbringen: „Tiere sind keine Urlaubssouvenirs“, sagt die zuständige Kreisbeigeordnete Madlen Overdick.

Wie das Veterinäramt erläutert, würden die zu verkaufenden Tiere meist viel zu jung, ohne gültige Tollwutimpfung und häufig krank nach Deutschland gebracht, um schnell verkauft zu werden. Der neue Besitzer steht dann oft vor dem Problem, dass er ein schwerkrankes Tier hat, das beim Tierarzt behandelt und ohne Tollwut-Impfschutz in Quarantäne kommen muss.

So verbringen die jungen Tiere einen maßgeblichen Teil ihres noch jungen Lebens ohne Kontakt zu Artgenossen, was sich nachteilig auf ihr Verhalten auswirken kann.

Hunde und Katzen, die nach Deutschland gebracht werden, müssen gegen Tollwut geimpft sein, und ihre Identität muss sich durch einen Mikrochip nachweisen lassen. Da die Erstimpfung frühestens mit 12 Wochen gemacht werden darf und die Impfung vor der Einreise mindestens 21 Tage alt sein muss, können nur Tiere ab einem Alter von 15 Wochen nach Deutschland gebracht werden. Das betrifft Tiere, die aus dem Ausland kommen und in Deutschland verkauft werden, ebenso wie Tiere, die man von einer Urlaubsreise aus dem Ausland mitnehmen will. Tiere aus dem EU-Ausland müssen einen EU-Heimtierausweis haben, in dem sowohl der Chip als auch der Besitzer sowie die Tollwutimpfung eingetragen wurden. Tiere aus Nicht-EU-Staaten müssen ein gültiges Impfdokument und gegebenenfalls eine amtstierärztliche Bescheinigung haben.

Personen, die Tiere aus dem Ausland vermitteln oder verkaufen, brauchen eine Erlaubnis des Veterinäramtes. Jeder seriöse Züchter zeige gerne die Haltung und Unterbringung seiner Tiere, so Overdick. Meist werde nur mit einer Rasse gezüchtet, und es gebe wenig Jungtiere, die gemeinsam mit ihrer Mutter Familienanschluss hätten. Die Tiere sollten zutraulich und nachweislich tierärztlich untersucht, gekennzeichnet und geimpft sein. „Fehlen ausreichende Informationen über Alter und Herkunft, ist Vorsicht geboten“, fasst die Dezernentin zusammen.

Weitere Informationen gibt es im Veterinäramt im Hofheimer Kreishaus unter Z 06192 201-6191.

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