Taunus: Das Wichtigste der Woche

150 Temposünder und ein Toter im Wald

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Kriftels Rathauschef Christian Seitz in der Bütt.

Taunus - 800 Senioren, die in der Großen Krifteler Schwarzbachhalle ausgelassen feiern, eine Menge Autofahrer mit Bleifuß, meterhohe Flammen aus einer Gartenhütte und sogar ein Leichenfund zwischen Oberursel und Kronberg – das nennt man dann wohl schaurig-schöne Wochenbilanz.

Bürgermeister in der Bütt

Kriftels Rathauschef Christian Seitz in der Bütt

„Kunterbunte Zirkuswelt im großen Krift’ler Narrenzelt!“ lautet das Motto der aktuellen Fastnachtskampagne des Krifteler Karneval-Klubs (KKK). In vier närrischen Sitzungen in der Großen Schwarzbachhalle präsentiert der Klub sein dazu passendes Bühnenprogramm mit Musik, Tanz, Reden aus der Bütt und vor allem viel Spaß und guter Laune. Ausschnitte daraus waren am Sonntag wieder beim traditionellen „Kreppelkaffee“ für Krifteler Senioren zu sehen, zu dem die Gemeinde jedes Jahr einlädt. Mit großartiger Resonanz, während nur ein paar Kilometer weiter in Hofheim die Stühle der Seniorensitzung leer bleiben. Rund 800 Senioren verbrachten am Sonntag in der Großen Schwarzbachhalle vergnügliche Stunden. Mitglieder der Heimat- und Festwagengesellschaft bewirteten wie schon in den Vorjahren die Gäste mit Kaffee, Getränken und 2.000 frischen Kreppeln. Dass alle zufrieden und dankbar waren, spiegelte sich in ihrer Spendenbereitschaft am Ende der Veranstaltung wider: 3030 Euro erbrachte die Sammlung. „Das Geld fließt an die Bürgerstiftung Kriftel. Damit werden soziale Projekte in unserer Gemeinde gefördert“, teilt Bürgermeister Christian Seitz mit, der natürlich höchstselbst in die Bütt gestiegen ist. Er begeisterte durchaus als Mann in der „Midlife Crisis“, der sich mit dem Altwerden beschäftigt. Sein versöhnliches Fazit: „Man ist so alt, wie man sich fühlt!“

150 waren zu schnell

Von wegen Fuß vom Gas! Bei drei Geschwindigkeitsmessungen auf der Bundesstraße 8 im Bereich Liederbach und Kelkheim am vergangenen Donnerstag haben die Beamten innerhalb von 24 Stunden etwa 150 Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt. Zunächst überprüften die Polizisten zwischen 10.30 Uhr und 14.35 Uhr den Verkehr der B 8 an der Anschlussstelle Liederbach in Fahrtrichtung Königstein. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt hier 100 Kilometer pro Stunde, wobei erst ab einer Geschwindigkeit von 115 Kilometer pro Stunde gemessen wurde. Dennoch waren rund 100 Autofahrer zu schnell unterwegs; drei müssen sogar mit Fahrverboten rechnen. Der Spitzenreiter war mit Tempo 169 unterwegs. Auch eine weitere Messung zwischen 16.40 Uhr und 21.10 Uhr an gleicher Stelle, jedoch in entgegengesetzter Fahrtrichtung, erbrachte knapp 50 Überschreitungen. Ein Betroffener war mit 149 Kilometer pro Stunde unterwegs und muss sich nun auf ein Fahrverbot einstellen. Deutlich weniger Verkehr und folglich weniger Geschwindigkeitsübertretungen registrierte die Polizei nachts zwischen 23.50 und 1.40 Uhr im Bereich des Ausbauendes der B 8 in Richtung Kelkheim. Nur drei Fahrer fuhren schneller als die erlaubten 60 km/h. Knapp einem Fahrverbot entging der Spitzenreiter, der mit 98 Kilometer pro Stunde gemessen wurde.

Leichenfund im Wald

Eine Fußgängerin hat am Freitag gegen 15 Uhr in der Waldgemarkung zwischen Oberursel und Kronberg im Bereich der Hünerbergwiesen einen augenscheinlich seit längerem dort liegenden, männlichen Leichnam gefunden. Die Kriminalpolizei Bad Homburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Anhaltspunkte für eine Straftat lägen derzeit nicht vor. Geprüft werden muss nun, ob es sich bei der Leiche tatsächlich um einen 86-Jährigen handelt, der seit dem 5. Dezember in einem Seniorenstift in Oberhöchstadt (wir berichteten über die Suche) vermisst wird. Die Polizei hatte die Umgebung mehrfach erfolglos abgesucht – das letzte Mal am 17. Januar im Wald zwischen Falkenstein und Kronberg mit Beamten der Bereitschaftspolizei.

Brutaler Handtaschenraub

Einen brutalen Handtaschenraub auf einem Feldweg in Verlängerung der Neugartenstraße in Sulzbach musste die Polizei am frühen Samstagmorgen um 0.50 Uhr aufnehmen. Eine 22 Jahre alte Sulzbacherin lief nach Angaben der Polizei nachts alleine über den Feldweg nach Hause, als sie laut Bericht plötzlich von hinten zu Boden gestoßen wurde. Liegend sei sie dann von zwei unbekannten Männern mehrfach gegen die Beine getreten worden. Zudem sei ihr auch die Handtasche aus der Hand gerissen worden. Die Männer flüchteten anschließend in Richtung Sulzbach. In der Tasche befanden sich unter anderem die Geldbörse mit Karten und Ausweisen, das Handy und der Hausschlüssel der Geschädigten. Die Täter können nicht näher beschrieben werden. Die junge Frau wurde bei dem Überfall leicht verletzt, sie erlitt mehrere Hämatome an den Beinen und am Kinn, sowie Schürfwunden im Gesicht. Zeugen werden gebeten, sich unter Z  06192 2079-0 bei der Polizei zu melden.

Mit 20 Mann im Einsatz

Am Samstag, 23. Februar, in den frühen Morgenstunden kam es zu einem größeren Einsatz der Feuerwehr in einer Kleingartenanlage in der Hegarstraße in Oberursel. Aus unbekannten Gründen war eine Gartenhütte in Brand geraten. Die Feuerwehr Oberursel war mit rund 20 Kräften über drei Stunden lang vor Ort und musste den Brand mit mehreren Trupps unter Atemschutz löschen. Ob es sich um Brandstiftung handelte, wird noch ermittelt.

Camping-Platz geschlossen

Schlechte Nachricht für alle, die ganz gerne mal bei Jörg Steimer auf dem sieben Hektar großen Gelände an der Bezirksstraße am Ortsrand von Niederjosbach ihr Zelt aufgeschlagen haben: Nach mehr als 30 Jahren, in denen er das Erbe seines Vaters fortgeführt hatte, der Ende der 1960er Jahre auf die Idee kam, auf dem Areal des früheren Hubertushofs einen Campingplatz zu etablieren, musste der Betreiber des Taunus-Camps Insolvenz anmelden. „Liebe Gäste, unser Platz muss aus privaten Gründen verkauft werden. Derzeit sind keine Anmeldungen möglich“, lautet die Nachricht auf der Homepage des Betriebs, der noch vor wenigen Jahren, in den Hochzeiten der Flüchtlingskrise, florierte: Von 2015 bis 2017 hatte der heute 59-Jährige den Großteil seiner 50 Mietwohnwagen an den Main-Taunus-Kreis vermietet. Allerdings war dies auch mit Investitionen etwa im sanitären Bereich verbunden, die den Betreiber jetzt einholten. Aufgrund der rückläufigen Zahlen zog Jörg Steimer jetzt die Notbremse und meldete Insolvenz an. Er hofft allerdings, einen Investor zu finden, der die Anlage weiterbetreibt.

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