Sprunghafter Anstieg

Jetzt leben 33 junge Steinkäuze in Kriftel

+
Auch diese beiden von insgesamt 33 jungen Steinkäuzen fühlen sich in Kriftel wohl.

Kriftel (red) – „Wir haben die letzten von insgesamt 33 jungen Steinkäuzen beringt“, freute sich Kriftels Vogelschutzbeauftragter Heiner Tecklenburg vor ein paar Tagen nicht ohne Stolz.

Die Vögel sind schließlich in Niströhren auf Krifteler Gemarkung geschlüpft. „Das ist eine große Freude, dass die Tiere sich in Kriftel so wohlfühlen“, strahlte Tecklenburg. Sie hätten sich in der Obstbaugemeinde nun endgültig etabliert. „Das ist umso schöner, da der Steinkauz zu den gefährdeten Eulenarten gehört. Andere Vogelarten sollten sich daran ein Beispiel nehmen“, findet er. Gerade die Zahl der Singvögel nehme weiter ab. Zusammen mit Richard Hilgard und Heinz Seelig kümmert sich Tecklenburg ehrenamtlich um die Vögel in der Gemeinde. 2016 wurden die ersten von Hilgard hergestellten Niströhren für Steinkäuze im Gemeindegebiet aufgehängt. Inzwischen sind es 13.

Die Zahl des Steinkauz-Nachwuchses in Kriftel ist – dank der steigenden Zahl an Behausungen, aber auch anhand der guten Nahrungsgrundlage – sprunghaft angestiegen: Schlüpften im Mai 2017 zunächst sieben Jungtiere, waren im Mai 2018 bereits acht Röhren mit 16 Jungen besetzt. „Jetzt hat sich die Zahl noch einmal mehr als verdoppelt“, freut sich auch der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Ein Grund: 2019 ist ein richtiges „Mäusejahr“. Das bestätigte jetzt auch Ortslandwirt Andreas Theis im Gespräch mit den Vogelschützern. „Wir haben bei der Kontrolle der Röhren zum Teil einen großen Vorrat an toten Mäusen neben den Jungtieren vorgefunden. So viel konnten sie anscheinend auf Anhieb gar nicht fressen.“

An drei Terminen wurden die Jungvögel nun beringt. Unterstützt wurden Tecklenburg, Hilgard und Seelig dabei von Michael Orf von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON): Er holte die Nestlinge mit geübten Handgriffen aus der Niströhre, notierte Nummer und Standort der Röhre und schob einen kleinen Metallring mit eingeprägter Nummer über das Bein. So kann man verfolgen, wie sich die Tiere ausbreiten. „Die Beringung darf nur durch zugelassene Fachleute erfolgen“, weiß Kriftels Vogelschutzbeauftragter.

„Sie brauchen eine Lizenz der Vogelschutzwarte Helgoland.“ Tecklenburg bedankt sich noch einmal bei den Grundeigentümern, an deren Bäumen Niströhren für die kleinen Eulen angebracht werden durften. Die sind gerade in diesem Jahr „Nützlinge“ für die Landwirtschaft, wie Tecklenburg betont. Denn Mäuse lieben es, die Wurzeln junger Bäume anzunagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare