Brunnenbesitzer ärgern sich im Raum Flörsheim über die Nitratbelastung in ihrem Wasser

Jeder vierte Brunnen ist belastet

Flörsheim (umb) – Bittere Pille für jeden vierten Brunnenbesitzer, der am Informationsstand des VSR-Gewässerschutz e. V. Mitte Juni sein Brunnenwasser untersuchen ließ. „Zu viel Nitrat“, musste Dipl. Phys. Harald Gülzow sehr oft mitteilen.

Sprich: der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter war überschritten.

Insgesamt wurde das Wasser von 62 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Flörsheim-

Hattersheim-Rüsselsheim analysiert. Ein Grund für die hohen Belastungen sieht der Projektleiter vom VSR-Gewässerschutz in der intensiven Landwirtschaft. Diese habe sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet. „Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende beim VSR-Gewässerschutz.

Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählen, verschwindet dagegen immer mehr. Die Gewässerschutzorganisation rät, beim Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen. Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten viele Brunnenbesitzer, dass sie über die Nitratbelastungen der Region wütend sind. Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Ärgerlich ist insbesondere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet ist. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen.

Auch beim Gießen des selbst angebauten Gemüses sollte das Brunnenwasser nicht zu einer Nitratanreicherung führen. Der einzelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung vermeiden, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung einbezieht. Hierfür ist es allerdings dringend nötig, die Nitratkonzentration im Brunnenwasser zu kennen. Wer den Termin am Labormobil verpasst hat, kann eine Wasserprobe auch mit der Post an die Geschäftsstelle senden. Die gemeinnützige Umweltschutzorganisation hat auf ihrer Homepage https://www.vsr-gewässerschutz.de/ viele Tipps rund um das Thema Brunnenwasser zusammengestellt.

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