Gitter und vermodertes Stroh

Ausstellung zu 120 Jahren Bauforschung auf Burg Eppstein

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Vor fast 100 Jahren, 1925, waren Palas und Kemenate noch von Schutt überzogen und der Bewuchs zerstörte die Mauern.

Eppstein (red) – „Die ganzen Schrecken und Leiden vor Augen“ hatte Franz Burkhard 1905 bei der Ausgrabung eines Verlieses auf Burg Eppstein.

Er fand im fünf Meter tiefen Untergeschoss eines Turms Fesseln, Ketten und Eisengitter. Sogar vermodertes Stroh war noch erhalten. Und er entdeckte Löcher im Mauerwerk, die auch die jüngere Forschung als Ausbruchsversuche deutete. Die neue Ausstellung des Burgmuseums nimmt darauf Bezug und widmet sich unter dem Titel „Ausbruchsversuche im Verlies“ 120 Jahren Bauforschung auf der Burg. Zur Eröffnung am Sonntag, 19. Mai, treten die Eppsteiner Burgschauspieler auf und lassen sich, zurückversetzt in das Jahr 1905, von Franz Burkhard alias Benjamin Peschke die neuesten Ausgrabungen zeigen. Auch die „Eppsteiner Rotte“ um Ritter Wigandus (Joachim Buchenau) ist mit dabei.

Geforscht wurde aber nicht nur im Bettelbub. Viele spannende Erkenntnisse gibt es mittlerweile auch über den Palas, Bergfried oder ganz aktuell im Kelterhaus. Versorgt vom Eppsteiner Mundschenk, kann man sich zur Einführung über alte Pflaster aus Bachkatzen, wiederverwendete Sandsteine und unterirdische Gewölbe informieren lassen. Um 15 Uhr eröffnen der Eppsteiner Bürgermeister Alexander Simon und Kulturstadträtin Sabine Bergold die Ausstellung am Internationalen Museumstag und laden Interessierte nicht nur aus Eppstein, sondern aus der ganzen Region herzlich dazu ein.

Die Sonderausstellung „Ausbruchsversuche im Verlies“ ist bis zum 27. Oktober im Stadt- und Burgmuseum zu besichtigen.

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