Die Ergebnisse der Europawahl mal aus einer ganz anderen Sicht

Generation U18 hat Grün vorne

In der Eichendorffschule in Kelkheim kamen die Grünen bei den U18-Europawahlen auf 49 Prozent.

Taunus (umb) – Der Ruck Richtung Grün in Deutschland wurde bei der Europawahl am Sonntag deutlich. Wer allerdings letzte Woche an der einen oder anderen Schule auch im Taunus Mäuschen gespielt hat, den wunderte es nicht, dass die Grünen ihre Stimmenanteile verdoppeln konnten.

Bei den vielerorts durchgeführten U18-Europawahlen fiel das Ergebnis noch deutlicher aus.

Beispiel Eichendorffschule in Kelkheim. Auch dort boten die Ergebnisse der „vorgezogenen“ Wahlen, die natürlich nicht in das offizielle Ergebnis einfließen, einen interessanten Blick auf die Stimmung bei der jungen Generation.

Dank der Initiative des Skiclub Kelkheim (SCK) und der Eichendorffschule (EDS) konnten zur diesjährigen Europawahl auch erstmals Kelkheimer Jugendliche an der Wahl teilnehmen. Durchgeführt wurde die Wahl ebenfalls von Jugendlichen, die sich als Wahlhelfer zur Verfügung stellten.

Martin Geyer vom SCK zeigt sich zufrieden mit dem Verlauf: „Trotz durchaus ernsthafter Durchführung hatten die Jugendlichen Spaß dabei.“ Besonders freut er sich darüber, dass „tatsächlich Interesse für politische Themen und Wahlen geweckt“ wurde. Auch Jan Schönherr, Fachbereichsleiter für die Gesellschaftslehre-Fächer an der EDS, zieht ein positives Fazit: „Es freut uns zu sehen, dass die U18-Europawahl gut angenommen wurde. Die Wahl wurde dadurch präsenter und auch praktisch erfahrbar. Das Ziel, den Schülern die Berührungsängste vor einer Wahl zu nehmen und für Europa auch künftig wählen zu gehen, wurde aus unserer Sicht voll erreicht.“ Vor allem bei den Gymnasiasten war das Interesse groß, bei den Haupt- und Realschülern hielt sich die Begeisterung dagegen in Grenzen, was auch die Wahlbeteiligung in der Gesamtgesellschaft widerspiegelt.

Würde es nach den Kelkheimer Jugendlichen gehen, bekämen die Grünen mit über 49% der Stimmen allein 47 der 96 deutschen Sitze im Europäischen Parlament. Sie profitieren vom derzeitigen Topthema Klimaschutz. Die FDP würde zweitstärkste Partei mit 12,5%. Die beiden „Volksparteien“ SPD (8%) und CDU (6,5%) liegen abgeschlagen auf Platz drei und vier. Fast gleichauf liegt die Satire-Partei Die PARTEI mit 7%. AfD (4,5%) und Linke (1,5%) landen unter der berühmten Fünf-Prozent-Marke. Da diese bei der Europawahl jedoch nicht gilt, würden die Parteien trotzdem im Europäischen Parlament vertreten sein, ebenso wie die Piraten (2%) und die Violetten (1,5%).

Landes- und bundesweit führen die Grünen ebenfalls mit großem Abstand. Jedoch zeigen sich deutliche Unterschiede zum EDS-Ergebnis, wie sich der Grafik entnehmen lässt.

Szenenwechsel: Auch die Zwölftklässler des beruflichen Gymnasiums der Feldbergschule in Oberursel machten am vergangenen Donnerstag aus dem Klassenraum ein Wahllokal. Alles geschah so, wie bei der tatsächlichen Europa-Wahl am Sonntag. Wie in Kelkheim hat die Initiative Juniorwahl den teilnehmenden Schulen die nötigen Materialien gestellt. Aus gutem Grund: Das europäische System und seine Institutionen ist Teil des Lehrplans der zwölften Klasse. Um sich vor dem Urnengang zu informieren, wurde sogar der Wahl-O-Mat im Internet benutzt, als er noch aktiv war. Und auch in Oberursel hatten die Grünen am Ende deutlich die Nase vorn.

Sprich: Die etablierten Parteien müssen sich wohl schon bei der nächsten Wahl noch wärmer anziehen.

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