Karstadt im MTZ schließt

Das Ende einer langen Tradition

Wird es bald nicht mehr geben: Karstadt im MTZ. Foto: privat

Taunus/Frankfurt (umb) – Bitter für die einen, Entwarnung für die anderen. Von der bundesweiten Sanierung bei Galeria Karstadt-Kaufhof sind auch vier hessische Filialen betroffen.

Wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Freitag informierte, sollen den Einsparungen die Kaufhof-Filialen im Hessen-Center in Bergen-Enkheim und in Fulda sowie die Karstadt-Häuser im Main-Taunus-Zentrum und auf der Zeil zum Opfer fallen. 450 Beschäftigte stehen vor der Entlassung. Gute Nachrichten hingegen für die Karstadt-Mitarbeiter in Bad Homburg. Das Kaufhaus auf der Louisenstraße steht nicht auf der Streichliste. Besonders überrascht waren selbst Experten von der Schließung von Karstadt auf der Zeil, einer der am stärksten frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Das Kaufhaus hat eine mehr als 100-jährige Tradition. In den 1970er Jahren, als es noch unter „Hertie“ firmierte, arbeiteten dort 1. 600 Angestellte. 2006 war das Haus noch in die „Premium Group“ des Konzerns aufgestiegen.

Von der Schließung auf der Zeil sind alleine 240 Beschäftigte betroffen. Unklar ist offenbar noch, wann die betroffenen Häuser tatsächlich ihre Türen schließen werden. Wegen der Kündigungsfristen wäre der frühestmögliche Termin der 30. September. Dafür müssten die Kündigungen der Mitarbeiter aber in den nächsten Tagen bis zum 30. Juni ausgesprochen werden. Ein denkbares Szenario könnte allerdings auch sein, dass zumindest in einigen der Häuser das Weihnachtsgeschäft noch mitgenommen werden soll.

Der Präsident des Hessischen Städtetags, Christian Geselle (SPD), gleichzeitig Oberbürgermeister von Kassel, zeigte sich bestürzt über die Schließungen. Kaufhof und Karstadt seien mit ihrem vielseitigen Angebot Innenstadtmagneten. „Jede Schließung wirkt sich unmittelbar verheerend auf die Attraktivität von zentralen Orten in unseren Städten aus“, sagte Geselle, der im Hinblick auf die Beschäftigten an das Verantwortungsbewusstsein der Konzernleitung appellierte. Die Menschen, die durch die Auswirkungen des Coronavirus ohnehin schon geschwächt und verunsichert seien, müssten vor der Arbeitslosigkeit bewahrt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare