Das Wichtigste der Woche

Tragischer Unfall, vergebliche Suche und alter Wein in neuen Schläuchen

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Der Test läuft Ende Januar aus. Die Fußgängerzone in der Kronberger Altstadt aber bleibt bestehen.

Eines vorneweg. Die Wochenbilanz fällt alles andere als gut aus. Mit der vergeblichen Suche nach einem 86-Jährigen, dem unfassbaren Unfalltod eines 21-Jährigen oder der Frau, die während der Fahrt ihr Kind stillt, ist so ziemlich alles vertreten.

Mutter mit Kind

Und das beginnt gleich am Mittwoch: Da kontrollieren Beamte der Polizeistation Bad Homburg zwischen 13 und 14.45 Uhr den Verkehr in der Saalburgstraße und trauen ihren Augen kaum. Am Steuer eines angehaltenen Fahrzeugs sitzt eine Frau, die während der Fahrt ihr Baby stillt. O-Ton Polizeibericht: „Zum Wohle und zur Sicherheit des Kindes und der jungen Mutter wurde selbstredend die Weiterfahrt bis zum Ende der Mahlzeit untersagt.“ Und ein Verwarnungsgeld gab’s obendrein.

Feuer im Ostring

Am Donnerstagabend gegen 18.30 Uhr wurde die Schwalbacher und die Bad Sodener Feuerwehr zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus am Ostring gerufen. Mehr als drei Stunden später waren die Kameraden immer noch mit den Lösch- und Rettungsarbeiten beschäftigt. Und damit, insgesamt rund 20 Personen aus fast ebenso vielen Wohnungen über die beiden Drehleitern ins Freie zu bringen. Entstanden ist der Brand in einem Kellerverschlag des Wohnblocks.

Vergebliche Suche

Auch wenn die Polizei nicht mehr daran glaubt, ihn lebend zu finden, machte sie sich ebenfalls am Donnerstag noch einmal auf die Suche nach dem seit sechs Wochen vermissten 86-jährigen Bewohner des Altkönigstifts. Beamte der Bereitschaftspolizei durchsuchten ein Waldstück zwischen Falkenstein und Kronberg – erfolglos.

Einigkeit in Kronberg

Der Test läuft Ende Januar aus. Die Fußgängerzone in der Kronberger Altstadt aber bleibt bestehen.

Letztlich verantwortet der Kronberger Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) als Ortspolizeibehörde die Entscheidung ganz allein. Doch da der Rathauschef weiß, wie heikel das Thema der Verkehrsführung in der Altstadt ist, hatte er sich für die Einbindung der Bürger und die probeweise Einrichtung einer Fußgängerzone im unteren Bereich der Friedrich-Ebert-Straße entschieden. Jetzt endet der Testbetrieb und geht am 1. Februar in den Regelbetrieb über. Unterstützt von der breiten Mehrheit. So geht Politik.

Unfassbare Tragödie

Einen tödlichen Verkehrsunfall muss die Polizei am Samstag aufnehmen. Die spätere Meldung ist der knappe Bericht einer unfassbaren Tragödie: „Es war gegen 15.25 Uhr. Nach derzeitigem Kenntnisstand befand sich der 21 Jahre alte Kelkheimer mit seinem Motorrad auf der Linksabbiegerspur von der B 519 auf die Straße Auf dem Busch in Richtung Hauptfriedhof und Kelkheim. Während der Motorradfahrer wartete, um abbiegen zu können, fuhr laut Polizei eine 37 Jahre alte Frankfurterin aus der Straße Auf dem Busch nach links aus, um in Richtung Königstein zu fahren. Hierbei übersah diese den aktuellen Erkenntnissen nach einen VW-Bus, der aus Fahrtrichtung Königstein heranfuhr, weswegen es zu einem leichten Zusammenstoß zwischen den Fahrzeugen kam.“ Dadurch sei der Fahrer des VW- Busses dann derart abgelenkt worden, dass er frontal mit dem noch auf der Abbiegespur wartenden Motorradfahrer zusammenstieß. Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurde der Motorradfahrer nach hinten auf ein weiteres wartendes Fahrzeug, einen Audi A 3, geschleudert. Danach sei der junge Kelkheimer auf die Fahrbahn gefallen. „Dort wurde er in der Folge von einem auf der Geradeausspur befindlichen Range Rover, der die B 519 in Richtung Königstein befuhr, überrollt, wobei er sich schwerste Verletzungen zuzog.“ Von den Rettungskräften wurde der 21-Jährige in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht. Dort erlag er am Abend seinen schwersten Verletzungen.

Alle beteiligten Fahrzeuge wurden aufgrund der Expertise eines hinzugezogenen Gutachters sichergestellt, die B 519 war bis in die Abendstunden voll gesperrt.

Neuer Zoo-Standort

Hier sollte der neue Frankfurt Zoo nach den Plänen von Thomas Horn Platz finden.

Mit einer nicht ganz neuen – in den 1980er Jahren wurde schon einmal darüber diskutiert, den Zoo zu verlagern – Idee überraschte schließlich der Direktor des Regionalverbands Frankfurt Rhein-Main, Thomas Horn (CDU). Er schlägt vor, den Zoo auf ein „bis zu 50 Hektar großes Gebiet im Nachbarschaftsviereck von Frankfurt, Eschborn, Steinbach und Oberursel westlich der Autobahn 5 und östlich der S-Bahnlinie 5“ zu verlegen. „Dort haben wir die Chance, das Tiergehege für die nächsten Jahre dauerhaft nachhaltig und attraktiv zu gestalten“, so der ehemalige Kelkheimer Bürgermeister. Ihm schwebt ein Zoolandschaftspark vor. Schließlich tauche Frankfurt im europäischen Ranking der 120 besten Tierparks gar nicht auf. Der Plan sorgt für gemischte Gefühle bei den Anrainern: Lars Knobloch (FDP), Erster Stadtrat der Stadt Steinbach, beurteilt die Sache positiv, wenn auch mit einem Hintergedanken: „Ich sehe in erster Linie das Signal des Verbandsdirektors, dass er auf dem Areal keine Wohnbebauung will.“ Da die Fläche allerdings direkt an Steinbachs Gemarkungsgrenze heranreicht, gäbe es noch einige Fragen zu beantworten.

Bedenken hat Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) geäußert. „Ein Zoo braucht enorm viel Fläche“, sagt er. Somit gelte das Argument der Gegner eines neuen Stadtteils – allen voran der Oberurseler und Steinbacher Landwirte – auch für einen Tierlandschaftspark. Auch gibt Brum zu bedenken, dass dieser viele zusätzliche Autos anziehen werde.

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