Ackerwildkräuter fassen Fuß im Hessenpark

Von wegen Unkraut

Die Expertengruppe trifft sich jährlich im Freilichtmuseum Hessenpark, um nach Ackerwildkräutern Ausschau zu halten: Andreas Opitz (HLNUG Hessen), Constantin Faatz (Umweltschutzbeauftragter Nidderau), Katrin Schmidt (Hessenpark), Volker Weber (Hessenpark), Julia Grotti (Feldflorareservat Nidderau), Mascha Werth (Feldflorareservat Nidderau), Caroline von Bernuth (Feldflorareservat Nidderau), Rainer Vogel (Stadt Nidderau, v.l.). Foto: Harald Kalbhenn

Hochtaunus (red) – Alle Jahre wieder trifft sich im späten Frühjahr eine Gruppe von Kräuterexperten im Freilichtmuseum Hessenpark. Seit nunmehr sieben Jahren streifen die Teilnehmer dann mit suchendem Blick über die Ackerflächen des Museums.

Im Fokus stehen nicht etwa verschwundene Handys oder Brillen, sondern fast schon verlorengegangene Ackerwildkräuter, die Laien vermutlich geringschätzig als Unkraut bezeichnen würden.

Die Expertengruppe auf dem Feld weiß es besser, denn im Hessenpark wachsen auf ausgewählten Ackerflächen Wildkräuter im Getreide, die in der modernen Landwirtschaft kaum Überlebenschancen haben. Dabei geht es nicht um „Ackerkratzdistel“ oder „gemeine Quecke“, die den Landwirten noch immer das Leben schwer machen, sondern um unscheinbare Pflänzchen wie den Venuskamm oder das Acker-Hasenohr.

Unkraut hat traditionell wenig Fürsprecher, weder bei Landwirten noch bei Hobbygärtnern. Warum es wichtig ist, gerade diesen extrem bedrohten Arten einen Lebensraum zu erhalten, erklärt jetzt eine Infotafel am Feldrand. Beteiligt an dem Projekt sind neben dem Hessenpark das Feldflorareservat in Nidderau und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Während in den ersten Jahren noch Saatgut aus dem Feldflorareservat bei der Getreideaussaat eingemischt wurde, konnten sich inzwischen einige der bedrohten Arten auf den Hessenparkfeldern fest etablieren.

Ein Erfolg, auf dem man sich aber nicht ausruhen möchte: „Wir haben hier im Hessenpark schon ein weiteres Biotop für Ackerwildkräuter in Arbeit“, erklärt Cheflandwirt Volker Weber. Gerade hat er mit seinem Team einen „Baumacker“ auf einer Streuobstwiese angelegt und hofft nun, dass sich die Wildkräuter auch dort wohlfühlen.

Weitere Informationen über gefährdete Ackerwildkräuter unter https://www.hlnug.de/?id=12919

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