Fit für den Arbeitsmarkt

TaunusDienste schulen Frauen in Frauenhäusern

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Stephanie Marx (Kommunales Jobcenter / Leitung Stabstelle Grundsatz, Widersprüche und Rechtsangelegenheiten), Kreisbeigeordnete Katrin Hechler, Harald Merzendorfer (Geschäftsführer der Taunusdienste), Annette Heinemann (Projektverantwortliche für die Frauenhausprojekte), Beate Birkenfeld (Geschäftsbereichsleitung des Kommunalen Jobcenters Hochtaunus), Anja Wilcke (Leitung Arbeitsförderung), Dagmar Wacker (AWO Frauenhaus Lotte Lemke, Bad Homburg) und Waldemar Schütze (Ombudsmann)

Hochtaunuskreis (WB) – Das Frauenhaus Lotte Lemke bietet Frauen aller Nationalitäten und deren Kindern Zuflucht, wenn sie Opfer von häuslicher Gewalt werden. Die Verweildauer der Frauen ist unterschiedlich.

Während ihres Aufenthalts erfahren die Frauen und ihre Kinder intensive sozialpädagogische und psychologische Begleitung, um ihre zum Teil schweren Traumata zu verarbeiten. Darüber hinaus erhalten sie Hilfe und Hilfsangebote in allen Lebenslagen. Ziel ist es, die Frauen und ihre Kinder sowohl psychisch als auch sozial zu stabilisieren, so dass sie wieder in der Lage sind, eigenständig und selbstbestimmt auch außerhalb des geschützten Rahmens zu leben. Genau an diesem Punkt setzt ein Projekt an, das die TaunusDienste in Kooperation mit dem AWO Frauenhaus anbieten. Wenn die Frauen bereit sind, außerhalb des Frauenhauses zu leben, wird diese Eigenständigkeit vorbereitet und begleitet. Ziel des Projekts ist es, den Frauen zu helfen, berufliche Perspektiven zu entwickeln, und ihnen zu zeigen, wo sie Unterstützung für ihre Pläne finden.

Zusammen mit den Frauen werden Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht und eine realistische, Existenz sichernde, berufliche Perspektive unter Berücksichtigung der individuellen Lebenslagen der Frauen erarbeitet. Das Projekt fördert unter anderem die soziale Kontaktaufnahme der Frauen über die Lebenswelt des Frauenhauses hinaus und eine Stabilisierung der Alltagsstruktur.

Thema ist auch das Selbstwertgefühl der Frauen, eine insgesamt gesunde Lebensführung und die Förderung eines beruflichen und sozialen Netzwerkes. Die Frauen werden mit Praktika und Probetätigkeiten an den Arbeitsmarkt herangeführt. In Einzelgesprächen werden individuelle Kompetenzen und Ressourcen, aber auch Probleme bearbeitet. Daneben gibt es Workshops zu persönlichkeitsfördernden und arbeitsmarktrelevanten Themen. Das Programm hat im vergangenen Herbst begonnen, läuft etwa sechs Monate und kann bei Bedarf verlängert werden. Derzeit nehmen sechs Frauen teil. In Kürze startet ein ähnliches Projekt der TaunusDienste mit dem Frauenhaus Oberursel. Die TaunusDienste arbeiten als zertifizierter Bildungsträger im Auftrag des Kommunalen Jobcenters, das diese Wiedereingliederungsmaßnahmen finanziert. Die Teilnehmerinnen bekommen alle SGB II-Leistungen.

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