Museumssaison hat begonnen

Reise in die Vergangenheit:  Leben früherer Zeiten im Hessenpark

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Im Juni lädt der Backhaustag Besucher des Freilichtmuseums Hessenpark auf eine kulinarische Zeitreise mit leckeren Kostproben ein. Foto: Oliver Rossi

Am Sonntag hat die neue Museumssaison im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach begonnen. Bis Ende Oktober können Besucher jeden Tag von 9 bis 18 Uhr eine Reise in die hessische Vergangenheit unternehmen.

Taunus –  Mehr als hundert historische Gebäude laden auf dem 65 Hektar großen Gelände dazu ein, dem ländlichen und kleinstädtischen Leben früherer Zeiten nachzuspüren. Traditionelle Handwerksvorführungen, spannende Ausstellungen, original eingerichtete Gebäude, Mitmachaktionen für Jung und Alt, öffentliche Führungen und zahlreiche Veranstaltungen machen den Hessenpark zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Taunus. Und es wird neue Anziehungspunkte geben:.

Freilichtmuseum Hessenpark: Sanierung hat sich länger hingezogen als geplant

Die Sanierung hat sich länger hingezogen als geplant. Im Spätsommer ist es nun aber so weit: Im Haus Heck aus Friedensdorf können Museumsgäste über neue, anschauliche Vermittlungswege zurück ins Jahr 1840 reisen. Die Dauerausstellung „Bei Hecks zu Hause“ lädt dazu ein, am Alltagsleben der Schreinerfamilie Heck teilzunehmen. Möbel und andere Originale aus der Sammlung werden ergänzt durch Rekonstruktionen, die angefasst und ausprobiert werden können. Wer möchte, darf sich sogar ins Bett legen. Illustrationen an den Wänden und Video-Sequenzen zeigen die Lebenssituation von Johannes Heck, als Meister mit dem Zinnreiter gerühmt, und seiner Familie. Mitte des 19. Jahrhunderts haben sie tatsächlich in diesem Gebäude gewohnt.

Am Rand der Baugruppe Mittelhessen wird im Haus aus Sterzhausen derzeit die Dauerausstellung „Vertriebene in Hessen“ neu konzipiert. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Darstellung der Ankunft und Integration Heimatvertriebener. Viele der in der bisherigen Ausstellung beleuchteten Themen werden aufgegriffen, jedoch in anderer Weise dargeboten. Didaktisch orientiert sich das Freilichtmuseum dabei an aktuellen Standards der musealen Vermittlung. Ausstellungsobjekte verknüpfen die Kuratorinnen mit persönlichen Erfahrungen und Geschichten von Vertriebenen. Ehemals durch Glas abgetrennte Räume sind in der neuen Ausstellung begehbar. Die Eröffnung ist für den Spätsommer 2020 geplant.

Freilichtmuseum Hessenpark: Neue Museussaison bis Ende Oktober

In der Saison 2020 zeigt das Freilichtmuseum zwei neue Sonderausstellungen: Im Haus aus Gemünden (Wohra) sind ab dem 1. März unter dem Titel „Mahlzeit, Deutschland!“ Fotografien rund ums Essen zu sehen. Für ein gemeinsames Buchprojekt waren 2013 die Fotografen des Berufsverbandes Freelens e.V. aufgerufen, das weite Feld des Essens ins Visier zu nehmen. Der damals entstandene Fotoband beeindruckt durch ein Kaleidoskop an Einblicken. Der Hessenpark zeigt zur Saison 2020 eine Auswahl von mehr als 60 Aufnahmen daraus. Diese stellen eindrucksvoll unter Beweis, wie sich unsere Ernährung im Hinblick auf die Erzeugung, Vorratshaltung und Nahrungsaufnahme im Lauf der Jahre verändert hat, und ergänzen damit die diesjährige Hauptausstellung „Herdanziehungskraft“.

Im Zentrum der Ausstellung „Herdanziehungskraft“, die vom 22. März bis zum 29. November in der Stallscheune aus Asterode zu sehen ist, steht die Küche. Konzipiert vom Ausstellungsverbund Alltag | Arbeit | Anstoß | Aufbruch, nimmt die interaktive Ausstellung technikhistorische, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in den Fokus und blickt mit einem Augenzwinkern auf die Rolle von Mann und Frau in der Küche. Diese präsentiert sich als ein Ort, der voller Erinnerungen und Geschichten steckt und persönliche sowie religiös-kulturelle Ordnung und Vielfalt widerspiegelt.

Seit Sonntag ist die neue Sonderausstellung „Mahlzeit, Deutschland!“ im Hessenpark zu sehen. Foto: Kathryn Baingo

Weiterhin zu sehen: die „Kleinen Mauerfälle“ im Festen Haus aus Ransbach. Die Ausstellung ist den vielen Öffnungen im Grenzabschnitt zwischen Hessen und Thüringen nach dem Fall der Berliner Mauer gewidmet. In Foto- und Filmdokumenten berichtet sie von der Freude des Wiedersehens, dem Glück der beendeten Trennung und dem neuen Umgang mit den alten, fremd gewordenen Nachbarn.

Jens Scheller blickt zuversichtlich auf die neue Museumssaison und ist erleichtert über die endgültige Klärung der Gastronomiefrage: „Es ist beruhigend, dass unsere Gäste auf dem Museumsgelände jetzt wieder durchgängig gut versorgt werden. Wir alle wissen ja, dass Liebe auch durch den Magen geht.“

Nun muss nur noch das Wetter mitspielen, dann steht einer rundum gelungenen Museumssaison nichts mehr im Wege. Anlässe für einen Besuch finden sich in den kommenden Monaten wieder reichlich. Und nebenbei bleiben die Eintrittspreise noch dazu in diesem Jahr unverändert.

(red)

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