Steppvisite bei den Gleisarbeiten an der Taunusbahn

Er schafft 300 Meter Gleise pro Stunde

Landrat Ulrich Krebs schaute sich die Sache genau an und zeigte sich begeistert von den technischen Möglichkeiten des Schnallumbauzugs.

Hochtaunus (umb) – Mittwoch, 14 Uhr: Auf der Taunusbahnstrecke zwischen Neu-Anspach und Wehrheim. Eben dort, wo noch bis zum 14. Oktober wie berichtet neue Gleise verlegt werden. So wie auch am Bahnhof Wilhelmsdorf und zwischen Hasselborn und Brandoberndorf.

Dabei werden unter anderem ein Schnellumbauzug und vier Baulokomotiven eingesetzt. Und dieser Schnellumbauzug ist ein monströses Wunderwerk der Technik. 300 Meter in der Stunde schafft er und tauscht dabei die alten Holzschwellen gegen neue aus Beton aus. Sprich: Für das, was das 140 Meter lange Gerät kann, ist es ziemlich rasant unterwegs. Die Baumaßnahmen sind notwendig, da Schienen, Schwellen und Schotter nach mehreren Jahrzehnten turnusgemäß ausgetauscht werden müssen.

Bei einer Baustellenbegehung erläutert Projektleiter Florian Bauer von der Firma Spitzke SE direkt vor Ort die Arbeiten. Zunächst wird mithilfe einer Maschine eine Bettungsreinigung durchgeführt. Dabei fährt eine Kette unterhalb der Gleise entlang und trägt den alten Schotter ab. Zur besseren Stabilität wird ein Vlies eingebaut und anschließend Neuschotter aufgetragen. Nun kommt der Schnellumbauzug der Firma MATISA zum Einsatz. Er erledigt gleich mehrere Arbeitsgänge im Fließbandverfahren. Er hebt zuerst die Schienen ab und zieht die Altschwellen aus dem Gleisbett. Nach diesem Vorgang wird das Gleisbett verdichtet. Dort, wo die alten bereits entfernt wurden, werden weiter hinten am Zug zeitgleich die neuen Schwellen gesetzt. Diese werden mit einem Kran, der sich auf der Maschine hin und her bewegen kann, angeliefert. Zum Schluss werden die Schienen präzise auf die neu gelegten Schwellen plaziert.

Die Sanierung erfolgt nach dem neuesten Stand der Technik: Statt Holzschwellen werden nun Betonschwellen mit einer deutlich längeren Lebensdauer eingebaut. Nicht alle Arbeiten können maschinell erledigt werden. Acht Kolonnen arbeiten rund um die Uhr an der Baustelle, das sind 50 Mann in der Tagschicht. Auf den genannten Streckenabschnitten werden insgesamt 10.000 Tonnen Neuschotter verbaut und 7.000 Schwellen ausgetauscht.

Eine Erneuerung der Bahngleise ist je nach Streckenbelastung alle 20 bis 40 Jahre notwendig. Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 4,4 Millionen Euro, bezuschusst durch Fördermittel des Landes Hessen.

"Wir investieren jährlich, um die Taunusbahn fit zu machen für die Zukunft", erklärt der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs. "Dieses Jahr sind es mehrere Millionen Euro, denn die Taunusbahn ist eine wichtige Verbindung für das Usinger Land. Deswegen streben wir auch die Elektrifizierung der Strecke an, für eine direkte Verbindung mit der Frankfurter Innenstadt."

Frank Denfeld, Geschäftsführer des Verkehrsverbandes Hochtaunus, fügt hinzu: "Der Erhalt und die Modernisierung der Taunusbahn-Infrastruktur gehören zu den wichtigsten Aufgaben des VHT. Auch in den kommenden Jahren wollen wir die Sanierung von Strecke und Bauwerken fortsetzen." Denfeld dankte an dieser Stelle dem Land Hessen für die erstmalige Förderung dieser grundhaften Erneuerung der Streckenabschnitte.

Die Arbeiten zwischen den Streckenabschnitten werden zum 14. Oktober beendet sein, am frühen Morgen soll dann auch der Zugverkehr wieder anrollen. "Wir liegen voll im Zeitplan", so Denfeld. Der VHT nutzt für die Sanierung der Strecke mit den Herbstferien eine verkehrsschwächere Zeit, um die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten. Auskunft über den Schienenersatzverkehr gibt es unter www.hlb-online.de und in der Verbindungsauskunft des RMV..

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