Saalburg-Jahresprogramm

"Allzu Menschliches, Kampf und Kunst und heilige Feste"

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Diese Version des „stillen Örtchens“ hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel.

Taunus (umb) – Da sag doch noch mal einer, die Verantwortlichen des Römerkastells Saalburg hätten keine Bodenhaftung.

Im Jahr 2019 wird der berühmte vergoldete Pferdekopf aus Lahnau-Waldgirmes zwar einen hohen Stellenwert haben und dauerhaft für die Besucher des Römerkastells Saalburg zu sehen sein. Die Saalburg hat aber noch mehr zu bieten und einen weiteren Höhepunkt bildet die Sonderausstellung "Drauf geschissen! Eine kleine Kulturgeschichte des stillen Örtchens", die von Freitag, 12. April, bis Sonntag, 20. Oktober, zu sehen sein wird. Die Ausstellung basiert auf einer Präsentation der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Schloss Rochlitz. In enger Zusammenarbeit wurde die Konzeption für die Saalburg überarbeitet – passend zum Ausstellungsort mit deutlichem Bezug zur Antike. Das "stille Örtchen" blickt auf eine lange Geschichte zurück und bietet neben zivilisatorischen Fakten auch Stoff für Witze, Anekdoten und Beschimpfungen. Genau hier setzt die Ausstellung an. Auch wenn der derbe Titel aufmerken lässt, widmet sich die Präsentation dem Thema Toilette und ihrem Drumherum mit Seriosität, ohne Effekthascherei, aber mit einem leichten Augenzwinkern.

Der kulturhistorische Bogen spannt sich von den Hochkulturen der Antike bis in unsere Tage. Wann wurde die Entsorgung der Fäkalien zum Problem? Wie löste man dieses? Immer wieder erstaunt die fortschrittliche Infrastruktur zur Abwasserbeseitigung mit ausgeklügelten Kanalsystemen in römischen Großstädten. Wie gingen die Menschen des Mittelalters in Städten und Burgen mit dem Thema um? Wie behalf man sich, bevor das geschätzte Wasserklosett Einzug in die Haushalte hielt? Musste einfaches Nachtgeschirr reichen, durften es Prachtlatrinen in römischen Städten sein oder benutzte man bemalte Porzellanschüsseln im viktorianischen England? Auch böse Worte rund um das Geschäft gehören dazu. Immer wieder erstaunlich, was augenscheinlich missliebige Zeitgenossen aushalten durften und immer noch dürfen.

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