Interesse für Technik wecken

Gymnasium Oberursel: Mechatronik-AG kooperiert mit Hochschule

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Die Schüler der Mechatronik-AG des Gymnasiums Oberursel sind mit Begeisterung dabei.

Oberursel (red) – Kurz gesagt, lernen die Schüler des Gymnasiums Oberursel in der Mechatronik-AG die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften noch besser kennen, als dies der normale Unterricht ermöglicht.

Auch mit dem Hintergedanken, sie auf den Geschmack zu bringen, eventuell ein entsprechendes Studium ins Auge zu fassen. Nicht umsonst ist die neue AG in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt entstanden. Das Schöne: Die Schüler sind mit Begeisterung dabei. Auch weil es in der AG eben nicht bei grauer Theorie bleibt. „Es hat alles erschreckend gut funktioniert“, resümiert denn auch Professor Dr. Matthias Brinkmann von der Hochschule Darmstadt die Pilotphase der AG. Die Schüler seien gleich dabei gewesen, die Technik habe gehalten und die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Naturwissenschaften des Gymnasiums laufe reibungslos, freut er sich jetzt auf eine Art Mini-Labor gemeinsam mit dem Team von „Jugend forscht“.

In Kleingruppen tüftelten und gestalteten die 16 Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9, darunter drei Mädchen, vor den Ferien an ihren Projekten und wurden fachmännisch von Brinkmann unterstützt. Im Zentrum stand der extra angeschaffte 3-D-Drucker. Die Schüler können ihn bedienen und sogar in Ansätzen selbst programmieren. Während eine Gruppe versucht, mit der passenden Profi-Software eine ganz eigene Tier-Figur zu designen, die dann gedruckt, das heißt in 3 D aus einem speziellen Plastikmaterial hergestellt werden kann, geht es bei anderen wiederum um die präzise Bedienung des 3-D-Druckers.

Dazu konnten sich die Schüler entweder aus speziellen 3-D-Modelldatenbanken bedienen oder eigene 3-D-Modelle am PC entwerfen. Mit dem Ziel, zu begreifen, wie präzise gearbeitet werden muss, wie exakt Objekte vermessen werden müssen und letztendlich, wie naturwissenschaftliches Arbeiten im Bereich Technik funktioniert.

Studenten in den Naturwissenschaften fehlen

Warum der Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften der Hochschule Darmstadt gerade diese Faszination für Themen im Bereich der Ingenieurwissenschaften an Schulen fördern möchte? Weil ihm Studenten in den Natur- und Ingenieurwissenschaften fehlen und die Abbrecherquote mit 20 bis 40 Prozent recht hoch ist. Auf der anderen Seite betonte Matthias Brinkmann: „Wer durch ein technisches Studium durchkommt, der erhält häufig eine Festanstellung schon während der Abschlussarbeit.“ Um dieser Diskrepanz entgegenzuwirken, stellt die Hochschule Darmstadt Ressourcen zur Verfügung. Die Mechatronik-AG in Oberursel ist folglich ein wichtiger Aspekt der Kooperation. Brinkmann hat bereits Erstsemestervorlesungen im Uni-Flair mit den passenden Klausuren für Mathe-Leistungskurse gehalten und „Quasi-Scheine“ verteilt. Er möchte im Auftrag der Hochschulen Ansprechpartner sein, Transparenz schaffen, den Zugang zu den Fächern erleichtern und die inneren Hürden von Schülern für ein mathematisch-naturwissenschaftliches Studium senken.

„Für diese Kooperation sind wir als Schule überaus dankbar“, sagt der Fachbereichsleiter des mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfelds des GO, Timo Vogt. Gerade im Zuge der Profilstärkung des Fachbereichs biete das Engagement Brinkmanns den Schülern einen besonderen Einblick in die Arbeitsweisen eines Ingenieurs. Die Neuntklässler Silas Grommes und Johannes Giger sowie Achtklässler Leonhard Deutsch fühlten sich denn auch alles andere als „abgeschreckt“. Voller Begeisterung und in konstruktivem Teamwork versuchten sie, einen eigenen 3-D-Drucker mit einem Fischer-Technik-System zu bauen. Dieser muss eigens programmiert und durch eine Spezialsoftware gesteuert werden können.

„Als Nächstes scannen wir ein Modell mit einer Handy-App“, kündigte Brinkmann an und betonte den immer stärker werdenden Zusammenhang von PC und Technik. Vor allem im kommenden Halbjahr dürfte das eine große Rolle spielen – dann soll ein Roboterarm gebaut werden.

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