Kreis stellt Zwischenbericht zur Umsetzung des Digitalpakts vor

Investition in die Zukunft

Schon in der Grundschule hält die digitale Welt Einzug. Im Hochtaunuskreis sollen im Rahmen des Digitalpakts 15,6 Millionen Euro an Schulen investiert werden. Foto: pixabay

Hochtaunuskreis (red) – Der Hochtaunuskreis hat am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Freizeit seinen Zwischenbericht zur Umsetzung des Digitalpaktes vorgestellt.

Das Papier ist bereits öffentlich im Informationsportal des Kreises abrufbar unter dem Link https://ratsinfo. hochtaunuskreis. de/buergerinfo/si0057. asp?__ksinr=5531.

Um was geht es? Bund und Land stellen im Rahmen des Digitalpakts finanzielle Mittel bereit, um in die digitale Infrastruktur und Ausstattung des Kreises zu investieren. Dem Hochtaunuskreis stehen aus diesem Fördertopf insgesamt 15,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Eine verwaltungsinterne Steuerungsgruppe berät fortlaufend, wie die Gelder des Digitalpakts sinnvoll verwandt werden können, und hat Schwerpunkte für den Prozess der Digitalisierung formuliert. So sollen alle Schulen in der Trägerschaft des Kreises komplett mit WLAN ausgestattet werden. Das heißt, dass das WLAN-Netz überall in den Schulen gleich gut funktioniert. Ausgebaut und modernisiert werden soll auch die funktionelle Netzwerk-Infrastruktur an den Schulen. Im Rahmen des Digitalpakts soll deshalb die Hardwareausstattung für die lokalen Schulnetzwerke zukunftsfähig modernisiert werden.

Investiert wird auch in die Präsentationstechnik. Plan ist es, sich auf eine einheitliche Ausstattung der Schulen zu verständigen. Für die Grundschulen ist dies bereits erfolgt, ein Active-Panel-System ist im Einsatz, das viele Möglichkeiten der Kommunikation und Präsentation im digitalen und analogen Bereich bietet. Auch für die weiterführenden Schulen empfiehlt die Steuerungsgruppe das Active-Panel-System.

Bereits Mitte März (zum Zeitpunkt der Schulschließung) hatte der Kreis für alle seine Schulen ein Cloudsystem zur Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern angeboten. Das System bietet viele Funktionen und Module, vom Chat über den Austausch von Materialien bis zur gemeinsame Nutzung eines Kalenders oder Umfragetools. Seit April läuft außerdem das Videokonferenzmodul Jitsi. Schulcloud und Jitsi werden von den Schulen zunehmend angenommen. Auch andere Kommunikationsplattformen, die in den Schulen genutzt werden, wie zum Beispiel das Hessenportal, unterstützt der Schulträger.

Für digitale Endgeräte stehen aus dem Topf des Digitalpakts nur begrenzt finanzielle Mittel zur Verfügung. Der größte Anteil für Anschaffungen dieser Art ist weiter eine Eigenleistung des Schulträgers. In den vergangenen Jahren wurden hierfür jährlich 1,5 Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt. Weil zum sinnvollen Einsatz der digitalen Technik unabdingbar auch personelles Knowhow gehört, bietet der Kreis seit Anfang 2019 allen Lehrkräften Anwenderschulungen an. Vom Land fordert der Schulträger jedoch zusätzliche Weiterbildungen für Lehrer in der pädagogischen und didaktischen Anwendung digitaler Technik.

Auch einen Zeitplan gibt der Zwischenbericht vor: Zuerst wird die WLAN-Ausleuchtung an den Schulen umgesetzt, dann der Ausbau und die Erweiterung der Netzwerk- und der digitalen Infrastruktur. Die Umsetzung der Projekte ist für die Jahre 2021 bis 2023 ge-plant. Der Einsatz von zusätzlicher Präsentationstechnik und digitalen Endgeräten, die über die regulären Austauschintervalle (5-Jahre-Zyklus) hinausgehen, wird ab 2022 umgesetzt.

Im Haushalt 2021 sollen die nötigen Mittel für die Folgejahre detailliert dargestellt werden. Der Kreis hat sich entschlossen, für alle Schulen gebündelt entsprechende Förderanträge bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen zu stellen, nicht vorab für einzelne Teil-Maßnahmen. Jede Schule muss dem Kreis künftig ein technisch-pädagogisches Ausstattungskonzept vorlegen, das ist Voraussetzung für einen Kreditantrag. Noch in diesem Jahr soll der Förderantrag für die WLAN-Ausleuchtung abgegeben werden. Antragsende ist der 31. Dezember.

Die Digitalisierung ist wichtig für die Zukunftsfähigkeit unseres Kreises, sagen Schuldezernent und Landrat Ulrich Krebs sowie Digialdezernent und Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr. Besonders wichtig sei sie dort, wo die Zukunft des Kreises heranwachse: an den Schulen. „Deshalb investieren wir hier“, sagen Krebs und Schorr, „und das schon seit Jahren und über den Digitalpakt von Land und Bund hinaus“.

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