Wenn ein Job nicht reicht

7.900 Beschäftigte mit Minijob neben normaler Stelle im Hochtaunus

Zapfen im Zweitjob. Immer mehr Menschen sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Foto: NGG
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Zapfen im Zweitjob. Immer mehr Menschen sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen.

Rund 7. 900 Menschen im Hochtaunuskreis haben neben ihrer regulären Stelle noch einen Minijob. Damit stieg die Zahl der Zweitjobber innerhalb von zehn Jahren um 19 Prozent, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mitteilt.

Hochtaunuskreis –  Die NGG Rhein-Main beruft sich hierbei auf neue Zahlen der Arbeitsagentur. Danach sind Zusatz-Jobs in Restaurants, Gaststätten und Hotels im Hochtaunuskreis besonders verbreitet: In der Branche gab es im Juni 2019 rund 900 Zweitjobber – 72 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Gewerkschafter Peter-Martin Cox spricht von einer Schieflage auf dem Arbeitsmarkt: „Im Schatten des Booms der vergangenen Jahre sind viele sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden, die oft kaum zum Leben reichen. Nebenjobs müssen dann die Haushaltskasse aufbessern. Aber wer auf einen Zweitjob angewiesen ist, der arbeitet meist am Limit – auf Kosten von Familie, Freunden und Freizeit“, so der Geschäftsführer der NGG Rhein-Main. 

Hochtaunuskreis: Zusatzjobs vor allen in Restaurants, Gaststätten und Hotels

Dabei treffe der Boom bei den Nebenjobs langfristig auch die heimische Wirtschaft. „Gastronomen und Bäckermeister, die über den Fachkräftemangel klagen, aber gleichzeitig auf 450-Euro-Kräfte setzen, schneiden sich ins eigene Fleisch. Minijobber können keine Hotelfachleute ersetzen“, betont Cox. Doch Fachkräfte gewinne man nur mit ordentlichen Löhnen – „so hoch, dass die Beschäftigten keinen Zweitjob mehr brauchen“. Außerdem müssten sich die Arbeitgeber stärker um Nachwuchs kümmern. „Eine Lehre im Lebensmittelhandwerk oder im Gastgewerbe kommt für Schulabgänger nur infrage, wenn der Lohn und die Ausbildungsbedingungen stimmen“, so der Gewerkschafter.

(red)

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