Hilfe für junge Eltern schon in der Klinik

„Babylotsen-Projekt“ an den Hochtaunus-Kliniken vorgestellt 

Dr. Jörg Appelhans, Geschäftsführer der aqtivator gGmbH, Prof. Dr. Dominik Denschlag, ärztlicher Direktor der Hochtaunus-Kliniken und Chefarzt der Geburtshilfe, Kristina Odak, Vorsitzende Kinderschutzbund Hochtaunus, Ute Strohschein-Baeck, Vorstand Kinderschutzbund und Projektleitung Babylotsen, Katrin Hechler, Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Hochtaunuskreis, Dr. Julia Hefty, Geschäftsführerin Hochtaunus-Kliniken, und Dr. Kanya Götsch, Oberärztin Gynäkologie und Geburtshilfe (v.l.). Foto: Hochtaunuskreis
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Dr. Jörg Appelhans, Geschäftsführer der aqtivator gGmbH, Prof. Dr. Dominik Denschlag, ärztlicher Direktor der Hochtaunus-Kliniken und Chefarzt der Geburtshilfe, Kristina Odak, Vorsitzende Kinderschutzbund Hochtaunus, Ute Strohschein-Baeck, Vorstand Kinderschutzbund und Projektleitung Babylotsen, Katrin Hechler, Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Hochtaunuskreis, Dr. Julia Hefty, Geschäftsführerin Hochtaunus-Kliniken, und Dr. Kanya Götsch, Oberärztin Gynäkologie und Geburtshilfe (v.l.).

An den Hochtaunus-Kliniken hat der Kinderschutzbund Hochtaunus zusammen mit den Hochtaunus-Kliniken und dem Hochtaunuskreis das sogenannte „Babylotsen-Projekt“ vorgestellt. Zwei Babylotsinnen des Kinderschutzbundes Hochtaunus kümmern sich jetzt in der Klinik direkt vor oder nach der Geburt um Fragen und Sorgen von werdenden und frisch gebackenen jungen Müttern und Vätern.

Hochtaunus –  „Die Babylotsen schließen eine wichtige Lücke in der Präventionskette für junge Eltern von der Klinik bis zu den Angeboten der Frühen Hilfen“, sagt Hochtaunuskreis-Sozialdezernentin Katrin Hechler. „Die Geburt des Babys ist ein großes Glück. Trotzdem kann die neue Situation jungen Eltern über den Kopf wachsen, viele sind in einer großen Belastungssituation“, sagt Hechler, „hier wollen wir früh helfen.“

Dr. Julia Hefty, Geschäftsführerin der Hochtaunus-Kliniken, begrüßt dieses hilfreiche Projekt, bei dem von Beginn an sinnvolle Unterstützung und Betreuung vermittelt werden kann. Und auch der Chefarzt der Frauenklinik, Professor Dominik Denschlag, sieht die Vorteile dieser ersten Hilfe. „Die Babylotsen können auch für die Mitarbeiter unserer Klinik eine Entlastung sein, etwa bei der Entscheidung, bestimmte Mutter-Kind-Konstellationen aus der Klinik nach Hause zu entlassen. In unklaren Situationen mit "einem unguten Bauchgefühl", können die Mitarbeiter die Familien in die erfahrenen Hände der Babylotsinnen übergeben und sich darauf verlassen, dass sie gut betreut nach Hause gehen.“ 

Hochtaunus: Neues Projekt „Babylotsen“ an den Hochtaunus-Kliniken

In einer besonderen Schulung der Stiftung seeyou wurden die qualifizierte Psychologin und Kinderkrankenschwester Irena Dusilova und Sozialpädagogin Astrid Kügler für diese Arbeit ausgebildet und bilden das Babylotsen-Team. Sie arbeiten jeweils mit einer halben Stelle für das Projekt und sind an vier Tagen die Woche in der Klinik. Die Fachfrauen können eine mögliche Überlastung der Eltern, aber auch fehlende Informationen noch in Gesprächen in der Klinik früh erkennen. Sie handeln schnell, bieten Hilfe an und ermöglichen jungen Eltern und ihren Kindern so einen guten Start in das gemeinsame Leben. Die Babylotsinnen arbeiten direkt auf der Geburtsstation, sie können auch schon vor der Geburt um Hilfe gebeten werden. Das Angebot steht allen jungen Familien, die an der Hochtaunus-Klinik entbinden, kostenlos zur Verfügung. Junge Eltern können aus ganz unterschiedlichen Gründen in Belastungssituationen stehen. Typische Faktoren sind wirtschaftliche Not und Arbeitslosigkeit, fehlende Integration, schwindende familiäre Strukturen und Trennung oder Krankheit der Eltern. Nicht alle Familien verfügen über ausreichend eigene Ressourcen, diese Belastungen abzufedern, so dass es zu Überlastungen und im schlimmsten Fall zu Kindeswohlgefährdungen kommen kann.

Hochtaunus: Das Projekt erreicht kaum erreichbare Familien

Im Hochtaunuskreis und der Stadt Bad Homburg gibt es eine große Vielfalt von Angeboten für Familien. Aber gerade die jungen Eltern und Familien, die Hilfe am nötigsten hätten, erreichen diese Hilfen oft nicht aus eigener Kraft. Fast alle Mütter (98 Prozent) entbinden in Geburtskliniken. Deshalb ist dies der ideale Ort für einen niedrigschwelligen Zugang zu fast allen jungen Müttern und Eltern, die in dieser Phase besonders offen für Hilfsangebote sind. Das Babylotsen-Team setzt an diesem „Nadelöhr“ an und erreicht so auch die Familien, die sonst kaum erreichbar sind. Die Fachfrauen vermitteln wohnortnahe und passende Angebote. Sie haben Zugriff auf eine Datenbank mit sämtlichen Informationen und sind eng vernetzt mit den Angeboten der Frühen Hilfen im Hochtaunuskreis und der Umgebung.

„Der Unterstützungsbedarf junger Familien kann ganz unterschiedlich ausfallen“, sagt die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Hochtaunus, Kristina Odak. Manche Eltern suchten nur Kontakt zu anderen jungen Eltern, benötigen Hilfe bei Anträgen wie für das Elterngeld oder Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zur Erziehungsberatungsstelle. Oder sie sind neu im Hochtaunuskreis und suchen einen Kinderarzt oder generell Angebote für Familien mit kleinen Kindern. Aber es gebe auch schwerwiegendere Probleme, wie gesundheitliche Beschwerden, Trennungen oder der Verlust von Job oder Wohnung. Für all diese Themen seien die Babylotsinnen Ansprechpartner, sagt Odak. „Wir wollen Familien in Not rechtzeitig, niedrigschwellig und auch nachhaltig qualitätsvolle Hilfen organisieren und zur Verfügung stellen.“

Der Kinderschutzbund Hochtaunus ist Träger des Projektsm unterstützt wird es von den Frühen Hilfen des Hochtaunuskreises und nach der noch ausstehenden Beschlussfassung der Stadtverordneten auch von den Frühen Hilfen der Stadt Bad Homburg, der Bundesstiftung Frühe Hilfen mit dem Land Hessen und der aqtivator gGmbH.

Informationen gibt es auf der Homepage von Babylotse.

(red)

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