Eineinhalbjähriger an aggressivem Krebs erkrankt – Behandlung kostet 500.000 Euro

Hilfe für den kleinen Ilai

Ilai hat eine besonders aggressive Form von Krebs. Eine spezielle Behandlung in Spanien und den USA könnte seine Heilungschancen von 30 auf fast 70 Prozent erhöhen. Foto: privat

Glashütten (red) – „Er lag in den Armen seiner Mutter und jammerte ganz leise immer wieder Wasser, Wasser, Wasser – das war ein Moment, in dem mir fast mein Herz gebrochen ist.

“ Das sagt Birgit Guth aus Glashütten im Gespräch mit dem Hilfsverein „Hand-in-Hand“ in Altenstadt, dem Verein für schwerst- und krebskranke Kinder. Es geht um Ilai, ihren Enkelsohn, eineinhalb Jahre alt, und seit einem Jahr krank. Todkrank.

Als Ilai nach Wasser bettelt, darf seine Mama ihm keines geben, weil er durch eine Therapie keinen Schluckreflex hat und daran ersticken könnte.

Doch der Reihe nach: Pascal Guth, ein Fluggeräteelektroniker aus dem Taunus, wird vor acht Jahren von seiner Firma in die Nähe von Sao Paolo in Brasilien versetzt. Dort lernt er Keth kennen, die beiden verlieben sich, heiraten und bekommen einen Sohn. Sie nennen ihn Ilai. Ilai ist ein hebräischer Name, der bedeutet: der neben Gott Sitzende, ein Held aus König Davids Heer.

Fröhlicher Säugling

Ilai war zunächst ein fröhlicher kleiner Säugling, bis er plötzlich, nach einem halben Jahr, blaue Flecken im Gesicht hatte, erzählt seine Oma Birgit Guth. Diese Blutergüsse kamen und gingen, waren in ihrer Intensität aber dann schnell ein Alarmzeichen für die jungen Eltern Pascal und Keth, zumal Ilai sich immer häufiger schlecht fühlte und erbrach.

Der Hausarzt stellte eine massive Anämie bei dem Jungen fest. Aber das konnte nicht die alleinige Ursache für den schlechten Gesundheitszustand sein, also begaben sich Eltern und Kind in das Krankenhaus in Sao Paulo, das für brasilianische Verhältnisse einen guten Ruf genießt. Dort erhielten sie die Nachricht, die alle bisherigen Befürchtungen übertraf: Ilai hat Krebs. Und auch noch eine der aggressivsten Formen des Krebses bei Kindern: ein Neuroblastom. Dieses Neuroblastom hat Ilais Lymphknoten befallen und diese haben die Metastasen über den ganzen kleinen, zerbrechlichen Körper verteilt.

Für Ilais Familie brach eine Welt zusammen, natürlich wollten Birgit und Peter Guth, dass ihr Sohn Pascal zusammen mit Frau und Kind nach Deutschland kommt, um dem Enkel die beste medizinische Hilfe angedeihen zu lassen.

Nicht transportfähig

Zumal die kleine Familie sowieso schon seit einem Jahr wieder in Deutschland leben wollte. Aber als die Rückkehr in die Heimat nach diversen Chemotherapien endlich anstand, kam der nächste Rückschlag: Ilai und seine Eltern hatten sich im Krankenhaus in Sao Paulo mit Corona infiziert, wurden extrem krank und mussten in Quarantäne. Man mag sich vorstellen, was das Virus für Ilais geschwächtes Immunsystem bedeutete. Mittlerweile sind Eltern und Kind „Corona-frei“, aber Ilai muss noch eine Knochenmarktransplantation und Bestrahlungen über sich ergehen lassen, bevor er transportfähig sein wird.

„Das ist ein wichtiger Punkt, wenn es um die Spendenbereitschaft der Menschen für Ilai geht“, sagt Birgit Guth. „Viele denken, was geht mich ein Kind in Brasilien an, es gibt hier vor Ort genug Leid, das es zu lindern gilt.“ „Ilai braucht eine besondere Behandlung in Spanien und den USA, die seine Heilungschancen von 30 auf fast 70 Prozent erhöht“, erklärt Andrea Weber, Pressesprecherin von Hand-in-Hand. „Die extrem kostspielig, aber auch nur in diesen Ländern verfügbar ist.“

Privat finanziert

Trotz guter Erfolge müsse diese Therapie privat finanziert werden. Es werden annähernd 500.000 Euro gebraucht, um Ilais Überleben zu retten, so Weber weiter. Sonderkonto Ilai bei Hand-in-Hand: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG, DE55506616390301693620.

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