Naturparkplan und Arbeit des Naturparks vorgestellt

Hecken schneiden und Touristenströme lenken

Lehrpfad-Patin Elke Roth, Alexander Simon (Bürgermeister von Eppstein), MTK-Landrat Michael Cyriax, Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse, die Lehrpfad-Paten Hans-Jörg Schmidt und Peter Lange, HTK-Landrat Ulrich Krebs und Uwe Hartmann, Leiter der Geschäftsstelle des Naturpark Taunus

Taunus (red) – Hochtaunuskreis-Landrat Ulrich Krebs und Michael Cyriax, Landrat des Main-Taunus-Kreises, haben am Waldlehrpfad in Eppstein-Bremthal die Arbeit des Naturparks und den neuen Naturparkplan vorgestellt.

Krebs ist Vorsitzender des Zweckverbandes Naturpark Taunus, Cyriax sein Stellvertreter. Der Naturparkplan, in einem einjährigen Prozess erstellt vom Institut für ländliche Forschung an der Goethe-Universität in Frankfurt, ist eine aktuelle Bestandsaufnahme der Arbeit des Naturparks und ein Blick in die Zukunft. Er beschreibt die Ziele des Naturpark Taunus für die kommenden zehn Jahre.

Seit der Gründung des Zweckverbandes 1962 und dem ersten Naturparkplan 1969 haben sich die Anforderungen an Naturparks stark verändert, zu Tourismuslenkung und Naherholung kamen vielfältige Aufgaben im Naturschutz, in der Landschaftspflege, der Umweltbildung und nachhaltigen Regionalentwicklung. Nach 50 Jahren mussten Ziele, Aufgaben und Ressourcen des Naturparks nun neu bewertet und ausgerichtet werden.

„Die Arbeit des Naturparks ist wichtig für die Entwicklung unserer gesamten Taunus-Region“, sagte Landrat Ulrich Krebs. „Der Naturpark verbindet den Naturschutz mit dem Tourismus und den Erholungsbedürfnissen einer großen Region, er ist regional gut vernetzt, sorgt für Umweltbildung und Landschaftspflege.“ „Der Naturpark macht die Schönheiten des Taunus jedermann zugänglich", sagte Landrat Cyriax, um aber den hohen Standard der Arbeit des Parks zu halten, brauche es diesen neuen, fundierten Plan.

Basis des neuen Plans war die aktuelle Naturparkarbeit. Gemeinsam mit regionalen Akteuren und Partnern wurde eine Bestandsaufnahme gemacht und dann Handlungsschwerpunkte sowie Projektideen für das 134.775 Hektar große Areal entwickelt. Eingebunden waren Beteiligte und Verbände aus 46 Kommunen in sechs Landkreisen, es gab eine Online-Befragung und eine Stärken/Schwächen-Analyse. In Leitbildern sind die Ziele für die kommenden zehn Jahre festgehalten. Der Plan versteht sich als Handlungskonzept mit den Themenfeldern Erholung und nachhaltiger Tourismus, nachhaltige Regionalentwicklung, Umweltbildung, Naturschutz & Kulturlandschaft, Management, Organisation und Kommunikation.

Demnach ist eine der Herausforderungen für die künftige Arbeit des Naturparks die ungleichmäßige Verteilung der Besucherzahlen im Park und auch der zunehmende Siedlungsdruck insbesondere im Vordertaunus. Für die Fülle seiner immer weiter anwachsenden Aufgaben ist zudem die personelle Ausstattung der Geschäftsstelle des Naturparks zu gering, was den Park in seiner Entwicklung hemmt.

Die unmittelbare Nähe zum Ballungsraum ist aber auch ein großer Standortvorteil für den Naturpark, die ihn zum idealen Ziel für Tagestouristen macht. Diverse Natursportarten erschließen neue Zielgruppen für den Park, ein geplantes Radwegekonzept soll zunehmend Radsportler in das Mittelgebirge locken. Die erst kürzlich im Bundesnaturschutzgesetz festgeschriebene Umweltbildung weist dem Naturpark viele neue Aufgaben zu. Der Naturpark soll mit anderen Bildungsakteuren Kooperationen eingehen und eine wichtige Rolle für eine nachhaltige Naturbildung in der Region übernehmen.

Was es mit der Arbeit des Naturparks ganz praktisch auf sich hat, demonstrierte der Geschäftsführer des Parks, Uwe Hartmann, mit Mitarbeitern anhand einiger Arbeiten am Waldlehrpfad in Bremthal. Solche Arbeiten müssen regelmäßig erledigt werden, um die Qualität des Weges zu sichern. Mit Unimog und Kran installierte der Naturpark eine neue Laubbaumkrone an der Weg-Station „Nicht den Boden berühren“, dazu kamen typische Reinigungsarbeiten, die turnusmäßig fällig werden. Die Pflege des Lehrpfades kostet rund 2.500 Euro jährlich.

Vorgeführt wurde auch die Arbeit eines kürzlich von der Taunus Sparkasse finanzierten Traktors mit einer Spezialausstattung für Arbeiten in Wald und Landschaftspflege. Der neue Traktor ermöglicht den Mitarbeitern des Naturparks, viele Arbeitsgänge zu vereinfachen. Zu sehen war, wie das Fahrzeug mit einer Spezialausrüstung an der Front Hecken schneidet und dann mit dem Heckanbaugerät zerkleinert. Der Trecker werde Streuobstwiesen mulchen, Wegränder in Wald und Flur freistellen und bei entsprechender Schneelage auch Langlauf-Loipen spuren, erklärte Uwe Hartmann. „Der Naturpark Taunus ist für Einheimische und Touristen eine spannende und vielfältige Freizeitregion. Klar, dass wir seine wichtige Aufgabe bei der Natur- und Landschaftspflege gerne unterstützen“, erklärte Oliver Klink. Die Taunus Sparkasse hatte für die Anschaffung des Traktors 50.000 Euro gespendet. Mit dem Gerät können die Arbeiten an Wald und Flur bis zu 25 Prozent effektiver und schneller vorangehen.

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