VHT und Landrat Ulrich Krebs stellen Grundzüge der Elektrifizierung der Taunusbahn vor

„Die Elektrifizierung elektrisiert!“

Mehr als 200 Stühle waren gestellt, doch das reichte bei weitem nicht aus. „Die Elektrifizierung elektrisiert offenkundig die Menschen im Taunus“, konstatierte Moderator Ulrich Müller-Braun. Foto: Hochtaunuskreis

Hochtaunus (red) – Man war im Vorfeld sehr gespannt, wie der Abend verlaufen würde. Gab es doch die eine oder andere kantige Veröffentlichung zu den Plänen, die Taunusbahn zu elektrifizieren.

Als Landrat Ulrich Krebs in der Funktion als Vorstandsvorsitzender des Verkehrsverbandes Hochtaunus und VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld die Grundzüge der Elektrifizierung der Taunusbahn in der Wehrheimer Limesschule am Freitagabend vorstellten, war jedenfalls klar: Das Thema bewegte die Massen. Eingeladen waren insbesondere die Bürger der an der Strecke liegenden Kommunen, aber auch alle anderen Interessierten.

In einer Präsentation stellte der VHT gemeinsam mit dem RMV und den am Projekt beteiligten Ingenieurbüros das komplette Projekt, dessen einzelne Bestandteile und den derzeitigen Stand der Planungen vor. Die Strecke wird über 18 Kilometer zwischen Friedrichsdorf und Usingen elektrifiziert, Ende 2022 sollen die Bauarbeiten beendet sein.

„Der direkte Anschluss an das S-Bahn-Netz wird der Attraktivität des Usinger Landes einen enormen Schub verleihen. Als Wohn- und Arbeitsstandort rückt es noch näher an Frankfurt heran“, sagte Landrat Ulrich Krebs. „Ich freue mich, dass es mit dem Ausbau der Taunusbahn nun vorangeht.“

Elektrifizierung und Ausbau sind Voraussetzungen für den S-Bahn-Betrieb von der Frankfurter Innenstadt bis Usingen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022. Noch in diesem Jahr will der VHT beim Regierungspräsidium die Planfeststellungsunterlagen einreichen. „Wir rechnen mit dem Abschluss des Verfahrens bis Herbst 2021“, sagte VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld.

Die Informationsveranstaltung in Wehrheim fand im Rahmen einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Sie war als erste Möglichkeit gedacht, viele Menschen vor dem formellen Planfeststellungsverfahren zu erreichen und über das Projekt in allen Facetten zu informieren, die Fragen der Bürger zu beantworten und auch Anregungen entgegenzunehmen. „Den Bürgern die Fakten zu erläutern und ihnen auch zuzuhören, ist uns sehr wichtig“, sagte Geschäftsführer Denfeld, „wir nehmen ihre Fragen und Anregungen ernst.“ Ein solch großes und wichtiges Projekt könne nur zum Erfolg werden, sagte Landrat Krebs, wenn es von vielen Menschen getragen werde. Die beteiligten Firmen erklärten das Projekt mit Hilfe von Grafiken und Visualisierungen. Es ging um einzelne Ausbauelemente wie den zweigleisigen Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Saalburg/Lochmühle und Wehrheim oder um bauliche Veränderungen an den Bahnhöfen in Usingen und Hundstadt. Informiert wurde auch über das Fahrplankonzept sowie umwelttechnische, schall- und erschütterungstechnische Untersuchungen.

Zur Elektrifizierung werden entlang des 18 Kilometer langen Streckenabschnitts zwischen Friedrichsdorf und Usingen Masten gesetzt, an denen die Oberleitung angebracht wird. Bahnübergänge und Brücken werden technisch angepasst, zum Beispiel die Übergänge technisch sicherer gemacht. Es wird auch notwendig sein, in zwei Fällen alte Brücken durch neue zu ersetzen.

Der Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Saalburg/Lochmühle und Wehrheim wird für den S-Bahn-Betrieb zweigleisig ausgebaut, weil sich die Züge dort begegnen werden. Der Ausbau an dieser Stelle ist notwendig, weil die Verlängerung der S-Bahn nach Usingen in das Betriebskonzept des gesamten Netzes im Rhein-Main-Gebiet eingepasst wird.

In Usingen sind zwei zusätzliche Bahnsteigkanten erforderlich, damit bis zu vier Züge gleichzeitig im Bahnhof halten und weiterfahren können. Hier wird ein Umsteigen von und zur S-Bahn am selben Bahnsteig gegenüber möglich sein. Die Bahnsteige werden auch einen neuen, barrierefreien Zugang in Form eines Fußgängerstegs mit Aufzügen erhalten. So entsteht zusätzlich eine Fuß- und Radwegeverbindung ins Usinger Gewerbegebiet. Am Haltepunkt Hundstadt wird ein zweiter Bahnsteig gebaut.

Weitergehende Informationen finden Sie auf www.taunusbahn.de.

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