Förderung junger Künstler durch den Kulturkreis Oberursel

Bühne für Nachwuchsmusiker

Ana-Sofia und Paul Braica (Klavier vierhändig) Fotos: privat

Oberursel (red) – Wunderbare Klänge erfüllten am 19. Januar den Sitzungssaal des Oberurseler Rathauses. Neun junge Musik im Alter von 16 bis 19 Jahren zeigten, dass klassische Musik auch in ihrer Generation noch einen Stellenwert hat.

Der künstlerische Leiter der Konzertreihe des Kulturkreises Oberursel „ProMusica“, der Pianist und Klavierpädagoge Rolf Kohlrausch, war bei verschiedenen Wettbewerben auf die Suche gegangen und hatte mit neun Preisträgern von „Jugend musiziert“ und des Mendelssohn-Wettbewerbs ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Diese Veranstaltung war ein Beispiel für die Bemühungen des Kulturkreises Oberursel um die Förderung junger Künstler.

Vinzent Reinisch aus Fulda begann den Reigen mit den 32 Klaviervariationen in c-Moll von Ludwig van Beethoven. Ihm folgte die Geigerin Emma Mühlnickel, die mit einem Allegro-Satz aus Beethovens erster Violinsonate ebenfalls den 250. Geburtstag des Komponisten würdigte. Ihr stand am Flügel die Pianistin Yona Sophia Jutzi kongenial zur Seite und zeigte im Dialog mit der Geige, dass hier zwei gleichberechtigte Partnerinnen miteinander musizierten.

Mit der Solosonate „Obsession“ des berühmten Geigers und Komponisten Eugène-Auguste Ysaÿe demonstrierte Emma Mühlnickel noch deutlicher, wie souverän sie sich ihr Instrument bereits zu eigen gemacht hat.

Malin Goslar, von deren Können man sich bereits vor einigen Monaten in der Stadthalle hatte überzeugen können, brachte mit Schumanns Fantasie op. 17 eines der anspruchsvollsten Werke der Klavierliteratur zu Gehör. Mit großem Einfühlungsvermögen und Herzenswärme spürte sie den Gefühlen Schumanns zu seiner späteren Frau, zu der Zeit aber noch unerreichbaren Clara Wieck, nach. Durch Verwendung des Beethoven-Liedes „An die ferne Geliebte“ offenbarte er musikalisch seine unerfüllte Liebe zu Clara.

Der zweite Teil des Konzerts stand ganz im Zeichen der Romantik. Ana-Sofia und Paul Braica gaben die selten gespielten Variationen D-Dur von Chopin im präzisen Zusammenspiel zum Besten und ließen die Chopinschen Melodiebögen nur so tanzen. Anemone Hoffmann hatte sich Lalos Cellokonzert vorgenommen. Auf dem soliden Fundament, das ihr die Pianistin Karen Tanaka bot, konnte sie sich den schwelgerischen Melodiebögen hingeben. Mit einem sicheren Bogenstrich schuf sie satte glühende Klänge, was die Zuhörer mit intensivem Beifall quittierten. Den Schluss bildete Pauline Meisel mit dem hochvirtuosen Scherzo h-Moll von Chopin.

Der Applaus des Publikums war enthusiastisch und lang anhaltend. Hatte es doch gespürt, welchem außerordentlichen musikalischen Ereignis es beigewohnt hatte. Als den jungen Musikern Blumen überreicht wurden, war ihnen die Freude anzusehen. Rolf Kohlrausch bedankte sich noch einmal ganz herzlich bei den jungen Künstlern für ihre großartigen Leistungen, aber auch beim Publikum, das durch sein zahlreiches Erscheinen die Arbeit und Leidenschaft der jungen Leute gewürdigt hatte. Der Erfolg der Veranstaltung war so ermutigend, dass es wohl im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben wird

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