Ein sicheres Plätzchen

Uhu-Familie auf Burgruine Königstein niedergelassen

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Die Uhu-Mama hat es sich mit ihrem etwa drei Wochen alten Nachwuchs auf der Burg Königstein gemütlich eingerichtet.

Königstein ( red) – Seit Mitte April ist der Innenhof der Burgruine Königstein für Besucher gesperrt. Der Grund dafür sind nicht etwa Renovierungsarbeiten, sondern eine streng geschützte Eulenart.

In einer Nische der Innenhofmauern zieht eine Uhu-Dame ihren Nachwuchs auf – mit Futter versorgt und beschützt von dessen Vater. Zum Schutz der Eulenfamilie hat die Untere Naturschutzbehörde zusammen mit der Staatlichen Vogelschutzwarte entschieden, dass der Innenhof bis voraussichtlich Mitte August abgesperrt werden muss. Kurzfristig haben die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes daher die beiden Zugänge mit Holztafeln verschlossen und die Tür des Burgturms zum Innenhof ist nun ebenfalls abgeschlossen. Nach vier bis fünf Wochen können die Uhujungen noch nicht fliegen, verlassen aber das Nest für Erkundungen zu Fuß. „Um den Nachwuchs auch in dieser Zeit zu schützen, mussten wir die Absperrungen bis zum Boden abdichten“, so die städtische Umweltbeauftragte Birte Sterf.

Die Aussichtsplattform auf dem Burgturm kann von Besuchern weiter erklommen werden. Wer ein Fernglas mitbringt, kann sogar einen Blick auf die Uhu-Familie werfen.

Erwachsene können beim vorsichtigen Blick über die Turmbrüstung in die „Kinderstube der Uhus“ schauen und mit etwas Glück auch die junge Familie entdecken. Für Kinder ist das allerdings etwas zu gefährlich – gerade auf dem Turm gilt: „Sicherheit geht vor, immer mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben!“.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Uhus erstreckt sich über die felsreichen Mittelgebirge und entlang des Alpenrandes. Gerne nutzt die große Eule überdachte Stellen in Felswänden oder kleine Felshöhlen. Dabei ist sie durchaus „kulturverträglich“. Sogar noch aktive Steinbrüche werden als Brutplätze genutzt.

In der mit einem Kreis gekennzeichneten Nische lebt die Uhu-Familie.

Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass die Königsteiner Uhu-Dame eine geschützte Nische der Innenhofwand der Burgruine als idealen Nistplatz auserkoren hat. Nach circa 35 Tagen schlüpfen die jungen Uhus. Der Uhu-Vater befindet sich immer in der Nähe seiner Familie und wacht über sie. Zudem versorgt er das Uhu-Weibchen und den Nachwuchs mit Futter. Igel, Mäuse und Ratten, aber auch größere Vögel wie Krähen, Tauben und Greifvögel gehören zum Speiseplan.

Mit zehn Wochen sind die jungen Uhus voll flugfähig, werden aber weiterhin von den Eltern noch mit Nahrung versorgt. Die„Burgjungen“ sind inzwischen circa drei Wochen alt. Bürgermeister Helm bittet um Verständnis, dass zum Schutz der Uhu-Familie der Innenhof der Burg in den nächsten Monaten nicht betreten oder für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Stadtverwaltung nimmt mit den Vereinen und anderen Organisatoren Kontakt auf. Gemeinsam will man Lösungen finden, um sicherzustellen, dass alle geplanten Veranstaltungen trotz Innenhofsperrung stattfinden können. Bezüglich des Burgfestes, das vom 23. bis 25. August vorgesehen ist, kann man nach jetzigem Kenntnisstand davon ausgehen, dass die Vogelfamilie bis dahin wieder ausgezogen ist und daher dann auch der Innenhof wieder genutzt werden kann. Allein der Aufbau der einzelnen Keller dort könnte eventuell etwas später beginnen.

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