Wildes Blond, Fisch und Dichter

Die besten Plakat-Entwürfe zum Buchmesse-Ehrengast Norwegen

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Junge Gestalter in der Ausstellung der zehn besten Plakate im Museum Angewandte Kunst.

Sachsenhausen (jf) – 250 Studierende von 16 Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz beteiligten sich in diesem Jahr am Wettbewerb für junge Gestalter und entwarfen Arbeiten, um den Ehrengast der Buchmesse in Frankfurt willkommen zu heißen.

„Wir freuen uns sehr über die vielen Einreichungen und die große Breite an Gestaltungsvorschlägen“, sagte Simone Bühler, Leiterin des Ehrengast-Programms bei der Frankfurter Buchmesse, anlässlich der Vorstellung der zehn besten Arbeiten im Foyer des Museums Angewandte Kunst. In diesem Jahr steht Norwegen vom 16. bis zum 20. Oktober in der Messestadt am Main im Mittelpunkt. Das Motto der Gäste heißt: „Der Traum in uns“. „Wir haben viele Abstraktionen und Arbeiten in ganz unterschiedlichen Techniken gesehen“, würdigte Michael Eibes, Designer und Juror. Außerdem gehörten der Jury Simone Bühler, Karina Goldberg, Hendrik Hellige, Aino Kelle, Ida Svingen Mo und Grit Weber an.

Der Gewinner heißt Silvan Bearth und studiert an der F+F Schule für Kunst und Design Zürich. Seine Arbeit zeigt das Gesicht eines Mädchens mit wilden blonden Haaren, das offensichtlich auf einem Scanner liegt. „Technik, Spiel und Mensch sind zu einem poetisch-unheimlichen Motiv verwoben, das die Verwundbarkeit der Träumenden zum Ausdruck bringt“, begründete die Jury ihre Wahl. Silvan Bearth darf sich über 1500 Euro Preisgeld freuen. Leider hat er es zur Eröffnung der Schau nicht nach Frankfurt geschafft.

Der zweiplatzierte Philip Martin Pothfelder, Hochschule Rhein-Waal Kleve, war anwesend. Er interpretierte den allgemein bekannten Spruch „Fischers Fritze“ auf ganz eigene Weise: mit Schrift auf einem Fisch. „Die dadaistisch anmutende Übertragung eines deutschen Zungenbrechers ins Norwegische und die konsequente Gestaltung überzeugen“, stellte die Jury fest. „Darüber hinaus handelt es sich um schöne, ausgewogene Typografie“, bemerkte Eibes. „Jeder kennt den Spruch, ich wollte mit ihm eine Verbindung zum Ehrengast schaffen“, ergänzte Pothfelder, der eine Prämie von 1000 Euro erhält.

„Ich wollte den Traum in uns darstellen“, erklärte Paul Eßer, Hochschule Mainz, zu seiner Arbeit. Er hat das verpixelte Passfoto des norwegischen Dichters Olav H. Hauge (1908 bis 1994) in den Mittelpunkt seines Entwurfs gestellt. Das Ehrengast-Motto „Der Traum in uns“ geht auf das gleichnamige Gedicht Hauges zurück. Eibes sieht in der Arbeit von Eßer noch weit mehr; den Wettbewerb zwischen digitaler und analoger Welt beispielsweise. Für sein Plakat erhält Eßer 500 Euro Preisgeld.

Die besten zehn Arbeiten werden als Postkarten, die drei erstplatzierten Motive als Plakate gedruckt, zwei von ihnen werden ab September im Frankfurter Stadtbild zu sehen sein. Wer die bis zum 21. Juli dauernde Ausstellung im Museum Angewandte Kunst verpasst, hat auf der Buchmesse die Möglichkeit, alle zehn Arbeiten zu sehen.

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