Großer Tag für kleine Krabbler

Viel Andrang beim Thementag Insektenvielfalt

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Die sieben Jahre alte Lilly freundet sich im Stadtwaldhaus mit Annette Kirschs Vogelspinne Löckchen an.

Sachsenhausen (sh) – Mit behutsamen Schritten läuft Löckchen über die Hand der sieben Jahre alten Lilly. Löckchen, die Kraushaar-Vogelspinne von Spinnen-Expertin Annette Kirsch, ist einer der „Stars“ beim Thementag Insektenvielfalt im Stadtwaldhaus der Stadt Frankfurt.

Zwar sind Spinnen keine Insekten, sondern gehören in der Systematik zur Klasse der Spinnentiere, aber um eventuelle Ängste und Vorurteile abzubauen, ist so ein geduldiges Tierchen bestens geeignet. „Unser Ziel ist es, den Besuchern zu vermitteln, wie wichtig die Insekten für uns sind, insbesondere im Hinblick auf das Insektensterben“, sagte Diplom-Biologe und Hobbyimker Rainer Berg, der beim Insektentag über Bienen informierte und einen Vortrag über die Folgen des Insektensterbens hielt. „Manchem wäre es ganz recht, wenn die Insekten verschwänden. Man hat keine lästige ,Konkurrenz’ beim Verzehr von Gegrilltem und man wird nicht von Blutsaugern gestochen.

Imposant, aber friedlich: Eine Riesen-Gespenstschrecke.

Aber Insekten können viel mehr: Sie bestäuben Blüten, dienen Vögeln und Fledermäusen als Nahrung und zersetzen altes Laub im Wald“, zählt Berg auf. Die Naturnähe liegt bei ihm in der Familie: Sein Bruder und sein Sohn sind ebenfalls studierte Biologen und stark in das Insektentag-Geschehen involviert. „Früher hieß die Veranstaltung ,Krabbeltierfest’. Mit der Umbenennung in Thementag Insektenvielfalt möchten wir jedoch verdeutlichen, dass die Aktion auch einen wissenschaftlichen Charakter hat“, sagt Berg. So nutzten viele Interessierte die Gelegenheit, mit Ameisen-, Stechmücken- und Schmetterlingsforschern zu sprechen.

Die Bastel- und Schminkangebote sowie Vorträge, eine Fotoausstellung, Geländeexkursionen und Infostände waren gut besucht, aber die Gelegenheit, beeindruckende Insekten hautnah zu erleben, die ließ sich kaum einer entgehen: Bizarre Gespenstschrecken und Stabheuschrecken sowie wuselige Fauchschaben liefen friedlich über unzählige Hände (die Tiere wurden viertelstündlich ausgetauscht) und konnten sicher bei manchem das Eis brechen.

Auch zwischen Lilly und Löckchen hat es gefunkt. Die Siebenjährige wollte die Vogelspinne unbedingt noch ein zweites Mal auf die Hand nehmen. „Zuerst hatte ich ein bisschen Angst, aber jetzt nicht mehr“, sagte Lilly stolz.

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