Interaktive Ausstellung „Gesten – gestern, heute, übermorgen“ im MfK

Victory-Zeichen oder Hasenohren?

Virtuelles Töpfern ist in der Ausstellung kein Problem – und ein Selfie mit großen Hasenohren auch nicht. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Winston Churchill nutzte 1941 das Victory-Zeichen zum ersten Mal und machte es berühmt. Er formte das V mit der offenen Hand zum Betrachter. Andersherum, also mit der Handaußenfläche zum Betrachter, kann es missverstanden werden.

Über dem Kopf einer anderen Person – eine beliebte Geste bei Fotos – werden die gestreckten Zeige- und Mittelfinger zu Hasenohren.

Ganz schön kompliziert, weltweit und interkulturell betrachtet. Die Exposition im Museum für Kommunikation beschäftigt sich in erster Linie mit deutschen beziehungsweise europäischen Bezügen. Also Daumen hoch für die 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche, die in drei Themenbereiche eingeteilt ist. „Von der Geste zum Gestenlexikon“ bietet eine Übersicht und eine interaktive Station zum Zusammenspiel von Worten und Gesten. Gesten begleiten das, was gesagt wird. Oder sie sind – siehe oben – feststehende Zeichen. Darüber hinaus gibt es die Gebärden, Wörter in der Sprache der Gehörlosen und für Hörende Vokabular einer Fremdsprache.

Mit der flachen Hand fliegen? Funktioniert. Auch das ist eine Station, und zwar im Bereich „Vom Handgriff zur Gestensteuerung“. Nur mit der Handfläche wird ein Jet auf dem Monitor gesteuert, nette Idee. Dieses Kapitel bietet auch die Möglichkeit, virtuell zu töpfern.

Das dritte Areal unter der Überschrift „Erweiterung und Reduktion der Hand“ informiert über Werkzeuge, Roboter und eine sinnvolle Zusammenarbeit von Mensch und Roboter.

Die Ausstellung, ein Projekt der Technischen Universität Chemnitz, der Ars Electronica Futurelab Linz und dem Sächsischen Industriemuseum wird durch Kunstobjekte ergänzt. So tritt der Besucher gleich am Eingang zur Exposition im zweiten Obergeschoss einem von Daniel Rozin (New York) gestalteten hölzernen Spiegel gegenüber und staunt, wie nichtreflektierendes Material trotzdem auf 830 Holzplättchen Bewegungen spiegelt.

Die amerikanische Künstlerin Jennifer Crupi entwickelte Gesture Jewelry – man kann ausprobieren, ob man sich mit dem eleganten Schmuck selbstbewusster fühlt.

Die Ausstellung im Haus am Schaumainkai 53 ist bis zum 23. Februar 2020 zu sehen und macht großen und kleinen Besuchern Spaß.

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