Kleingärtnerverein zwischen Offenbach und Frankfurt feiert Jubiläum

Seit 100 Jahren in Oberrad

Ein Emotionaler Moment für die die Oberräder Gartenfreunde (von links): Vorsitzender Hartwig Treutlein, Zweite Vorsitzende Ingrid Elsesser und der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen der Kleingärtner Reinhold Six bei der Jubiläumsfeier. Foto: Mohr

Oberrad (zmo) – Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wie Männer und Frauen kurz nach dem Ersten Weltkrieg auf einem sumpfigen Gelände in Oberrad die ersten Gärten aus dem Boden stampften.

Oberräder und Offenbacher Kleingärtner pflanzten Rettich, Busch- und Stangenbohnen, Karotten, Kartoffeln, alle möglichen Kohlsorten, Erbsen und später dann auch Obstbäume – und das tun sie heute, 100 Jahre später, immer noch. Die geschichtlichen Verläufe zahlreicher Kleingärten rund um Frankfurt sind ähnlich. Die Auswirkungen zweier Weltkriege hinter sich, immer wieder Aufbau, viele kulturelle und politische Veränderungen, das alles konnte den Kleingartenboom jedoch nicht aufhalten.

„Wir haben hier in Oberrad einen harten Kern von Mitgliedern, die sich mit Herz und Leidenschaft um ein funktionierendes Vereinsleben kümmern“, sagte die Zweite Vorsitzende Ingrid Elsesser. Sie ist seit 35 Jahren Vereinsmitglied und kann sich ein Leben ohne Garten nicht vorstellen. „Aber die Entwicklungen in den Kleingärten haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Neben dem klassischen Kleingärtner kommen immer mehr junge Eltern mit Kindern auf den Geschmack des Kleingartens und sehen darin auch eine pädagogische Aufgabe. Dazu kommen Personen aus anderen Kulturkreisen mit anderen Lebensweisen, die wir gerne aufnehmen, die Integration aber nicht einfach ist“, erklärt Ingrid Elsesser am Rande der Jubiläumsfeier.

Die Oberräder Kleingärtner, allen voran der Vorsitzende Hartwig Treutlein, sehen dieses 100-jährige Bestehen „als Beweis für eine funktionierende Gemeinschaft“. Ähnliche Worte kamen während der akademischen Feier auch von Vertretern der Stadt Offenbach und Frankfurt sowie vom Hessischen Landesverband der Kleingärtner.

„Unser Verein ist gut aufgestellt“, sagt Hartwig Treutlein. „Derzeit haben wir 258 Kleingärtner und 40 passive Mitglieder. Unser Gartengelände umfasst über 90.000 Quadratmeter. Dass die heutige Kleingartenkultur mittlerweile auch eine sozialpolitische Aufgabe übernommen hat, sollte nicht vergessen werden. Wir geben arbeitenden Menschen eine Möglichkeit der Entlastung von der häufigen Überforderung des Berufslebens. Kinder und Familien haben, nicht nur hier bei uns in Oberrad, eine Oase der Erholung gefunden“, beendet Treutlein seine Rede.

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