Bürger besuchen die Nuur-Moschee

Ahmadiyya-Gemeinde ruft Initiative „Kaffee und Islam“ ins Leben

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Die Besucher der Nuur-Moschee hören aufmerksam zu, was der Imam ihnen erzählt.

Nur wenige Tage nach dem Anschlag in Hanau hatten Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde in Sachsenhausen und ihr Imam Imtiaz Shaheen Frankfurter Bürger zu einem Dialog in die Nuur-Moschee eingeladen.

Sachsenhausen – Die Moschee ist stets auch für Besucher geöffnet – sowohl für persönliche Gespräche, als auch zu täglichen Gebeten. Die Ereignisse der vergangenen Wochen gaben jedoch Anlass, mit den Bürgern auch außer der Reihe über die Terroranschläge zu sprechen und sie über die religiöse Kultur der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ zu informieren. Imtiaz Ahmad Shaheen, Imam der Nuur-Moschee, und Mitglieder der Gemeinde empfingen bei Kaffee und Kuchen interessierte Bürger. Der kurzfristigen Einladung folgten am Samstag rund 30 Personen, darunter auch Kinder.

„Mit unserer Initiative ‚Kaffee und Islam‘ wollen wir versuchen der drohenden Spaltung unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Uns liegt daran, Brücken zu bauen, Missverständnisse und Vorurteile abzubauen und Vertrauen herzustellen. Bedauerlicherweise wird in vielen Medien der Islam oft falsch interpretiert“, sagte der junge Imam, der in Hamburg geboren wurde und dort sein Abitur machte. Er verwies mit Nachdruck auf den 100 Jahre alten Leitspruch seiner Gemeinde „Liebe für alle, Hass für keinen“. „Mitglieder der Nuur-Moschee verabscheuen jegliche Gewalt. Dennoch müssen wir unsicheren Besuchern in Gesprächen immer wieder die Angst nehmen und uns erklären“, ergänzte Shaheen.

Frankfurt Sachsenhausen: Dialog in der Nuur-Moschee

„Die Ereignisse der vergangenen Wochen, die furchtbaren Anschläge auch auf Moscheen, auf Flüchtlinge und Bürger mit Migrationshintergrund, machen uns große Sorgen. Sie zeigen deutlich die Missverständnisse und Vorurteile, die zu diesem unsäglichen Hass geführt haben müssen. Das auch unsere Moschee von der Polizei geschützt werden musste und einige unserer Mitglieder an ihrem Arbeitsplatz oder auf den Straßen aggressiv angesprochen werden, zeigt noch einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir aufklären und miteinander reden müssen, um die Vorurteile auszuräumen“, sagte der Imam.

Die Nuur-Moschee ist die älteste Moschee in Deutschland. 1959 wurde sie gegründet und von zahlreichen internationalen Persönlichkeiten besucht, darunter hohe pakistanische und deutsche Politiker, Künstler, ein Friedensnobelpreisträger und mit Muhamed Ali eine Sportikone, der nach seinem Kampf im Waldstadion gegen Karl Mildenberger seine Aufwartung machte. In den 50er- und 60er-Jahren besuchten aber auch zahlreiche Bürger aus ganz Deutschland die Moschee: „Für sie war es ein Erlebnis wie aus der Erzählung „Tausendundeine Nacht“. Das hat sich bedauerlicherweise deutlich geändert und die Distanz ist größer geworden“, sagte Shaheen. „Wir sind immer eine friedliche Gemeinde gewesen und sind es noch. Wir laden oft zu Gebeten und Diskussionen ein. Wir sorgen dafür, dass unsere jungen Mitglieder an der Aufklärungsarbeit teilnehmen. Sie besuchen andere Städte in Deutschland und sprechen mit Gleichaltrigen, um auch unsere Religion darzustellen.“ Zum Abschluss beantwortete er Fragen.

(zmo)

Es war einnachdenklicher „Tag der deutschen Einheit“. In den Medien riefen Politiker die Menschen auf, lauter ihre Stimme gegen Rechtspopulismus und Fremdenhass zu erheben.

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