14. Schulkinowochen vom 9. bis 20. März mit über 100 Filmen an 76 Spielorten

Plüschsessel statt harter Holzstühle

Caroline Fuchs (von links), Stephan Schneevogl, Anna Katharina Potzuweit, Wolf Schwarz, Leopold Grün und Ellen Harrington im DFF. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Für Stunden die Schulbank mit dem Kinosessel tauschen? Das gibt es seit 2006, entwickelt von Vision Kino und dem Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF). „Mit den Schulkinowochen erreichen wir jährlich 70.

000 Mädchen und Jungen in Hessen“, sagte DFF-Direktorin Ellen Harrington. Das diesjährige Programm mit dem Fokus „Film im Film“ mit über 100 Beiträgen umfasst auch Fassungen für Hörgeschädigte und bietet am 20. März einen Aktionstag „We love Cinema“ mit dem italienischen Klassiker „Cinema Paradiso“ aus dem Jahr 1988. Vor und nach der Vorstellung können sich interessierte Schüler mit analogem Filmmaterial beschäftigen und selbst kreativ werden.

„Film ist ein wichtiger Bestandteil kultureller Bildung. Analoge und digitale Medien sollen Platz in der Schule haben“, sagte Wolf Schwarz vom hessischen Kultusministerium.

Erst seit wenigen Wochen ist Leopold Grün Geschäftsführer von Vision Kino. „Während der Schulkinowochen passiert mehr, als nur Filme im Kino sehen. Es gibt viele Hintergrundinformationen, Gespräche und Workshops. Außerdem spielt auch das Filmerbe eine Rolle.“ Beispielsweise bei „Emil und die Detektive“ aus dem Jahr 1931.

„Der Ort des Sehens ist wichtig, so wird das Kino zum Bildungsraum, der Unterricht in den Saal mit der großen Leinwand verlegt“, sagte Caroline Fuchs, die mit Anna Katharina Potzuweit das Projekt Schulkinowochen Hessen leitet. Bisher seien rund 32.000 Anmeldungen eingegangen, noch bis zum 23. Februar läuft die Frist. Fuchs verwies auf den französischen Auftaktfilm „Die Sammler und die Sammlerin“ (2001), Regie: Agnès Varda, am 9. März im DFF. Im anschließenden Publikumsgespräch geht es um Food-Sharing und das filmische „Sammeln“ mit der Handkamera.

„Im Programm haben wir auch ein Mini- Filmseminar in Kooperation mit der Goethe-Universität unter dem Titel ‚Hollywood verstehen: Ökonomie und Politik‘ am 16. März“, ergänzte Potzuweit. In einem weiteren Programmpunkt geht es um das Filmland Hessen, es finden Gespräche mit Location-Scouts und Sound-Designern statt. „Erstmals nimmt das Kasseler Dok-Fest an den Schulkinowochen teil“, fügte die Projektleiterin hinzu.

Ebenfalls zum ersten Mal steht am 13. März der Umweltkinotag auf dem Plan. Bei der Filmauswahl orientierten sich die Verantwortlichen an „17 Ziele – eine Zukunft“ der UN-Agenda 2030. An diesem ersten Umweltkinotag beteiligen sich 48 Spielstätten.

Über Spielstätten im Familienbetrieb berichtete Stephan Schneevogl aus Gelnhausen, der von Anfang an mit den Schulkinowochen kooperiert. „Ich bin ein Sohn des Kinos“, sagte er. Seit 1924 betreibt seine Familie Lichtspielhäuser, inzwischen in vierter Generation. „Ich freue mich auf die Schulkinowochen, dann gibt es endlich wieder volle Häuser“, gestand der Kinobetreiber. Denn das Geschäft sei in Zeiten von Streamingdiensten äußerst schwierig geworden.

Caroline Fuchs machte außerdem auf das Wissenschaftsjahr 2020 aufmerksam, in dem Bioökonomie im Mittelpunkt steht. Themen wie Klimawandel, Vermüllung der Meere, schwindende landwirtschaftliche Nutzfläche und zunehmende Bevölkerung sowie der Verbrauch fossiler Rohstoffe werden unter diesem Schwerpunkt diskutiert.

„Wir versuchen, ein möglichst unterschiedliches Programm für Fünf- bis Achtzehnjährige auf die Beine zu stellen. Seit 2017 gehören filmanalytischen Aufgaben zum Deutsch- und Englischabitur“, fügte Potzuweit abschließend hinzu. Das Projektbüro bietet Beratungen zu spezifischen Weiterbildungen für Lehrkräfte an.

Details zu den hessischen Schulkinowochen gibt es im Internet unter www.schulkinowochen-hessen.de.

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