Comedian und Filmemacher

Michael „Bully“ Herbig plaudert im Filmmuseum

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Urs Spörri (links) spricht im Filmmuseum mit „Bully“ Herbig.

Sachsenhausen (zmo) – In erster Linie besuchen wahre Filmfreaks das Deutsche Filmmuseum am Schaumainkai in Frankfurt-Sachsenhausen: Ausstellungen über bekannte Filmlegenden, verschiedene Kulturprogramme, Workshops, Diskussionsabende, Fotoausstellungen, herausragende Filme oder Museumspädagogik für die ganze Familie sind dann oft nicht nur das Ziel der Cineasten.

Aber es gibt gelegentlich auch Gespräche mit interessanten Schauspielern oder Regisseuren. So hatte die Museumsleitung mit Michael „Bully“ Herbig nun einen der erfolgreichsten Regisseure Deutschlands eingeladen. Viele Fans des früheren Comedians und heutigen Filmregisseurs und Produzenten hatten zunächst die Gelegenheit, seinen Thriller „Ballon“ anzusehen, um im Anschluss daran in einem Gespräch mit Urs Spörri, der als Gutachter bei der Deutschen Film- und Medienbewertung über das Prädikat „besonders wertvoll“ entscheidet, mehr über die Karriere des Münchners zu hören. Zunächst erfuhren die Zuschauer, dass „Bully“ Herbig schon in früheren Jahren ein Fan von Starregisseur Alfred Hitchcock war.

Die englische Regisseur-Ikone habe ihm schon damals Mut gemacht. Aber das er zunächst bei der Komödie landete, lag am "Schuh des Manitu". Für dieses Projekt suchte man einen Produzenten und Regisseur, fand aber keinen. Da sei er eben ‚notgedrungen‘ eingesprungen und hatte Erfolg, was wohl auch daran lag, dass er selbst zwei Rollen gespielt habe - und verzog bei seinen Ausführungen keine Miene. Ihm gelang es, mit diesem Film zwölf Millionen Menschen in die Kinos zu locken.

Es folgten zahlreiche weitere Filme mit meist komödiantischen Inhalten. Mit Komödien seien aber große Preise kaum möglich und daher habe er einen Thriller ins Auge gefasst. Das dürfte der beste Weg zu einem Oskar sein, so seine nicht ganz ernst gemeinte Erklärung, warum er „Ballon“ produzierte.

Es dauerte allerdings mehrere Jahre bis Herbig die Rechte für diesen Film bekam, der 1982 schon einmal vom Disney Konzern in die Kinos gebracht wurde. Zahlreiche Versuche die Freigaben zu bekommen, scheiterten immer wieder. Er besuchte daraufhin Roland Emmerich (Independence Day, Godzilla) in New York und bat um Unterstützung. Der habe dann kurz mit der Filmverleihfirma telefoniert und bekam das Ok.

Ernsthafter Filmemacher

„Bully“ Herbig wechselte nun in das Genre ernsthafterer Filme. „Ballon“ erzählt die wahre Geschichte von zwei Männern aus einer kleinen Stadt in Thüringen, die das kommunistische Herrschaftssystem der DDR nicht länger ertragen wollten. Sie planen, gemeinsam mit ihren Familien, in einem Heißluftballon über die Grenze in die BRD zu fliegen und auf der anderen Seite ein neues Leben zu beginnen. Doch bereits der Bau des Ballons stellt die beiden Familien vor große Herausforderungen. 

Dem jungenhaften, eloquenten, 50-jährigen, Regisseur merkte man an, dass ihm die Gespräche in Frankfurt sichtlich Spaß machten. Mit weiteren Gags und einigen nicht ganz so ernst gemeinten Anekdoten, gelang es ihm, den Zuschauern im ausverkauften Foyer des Filmmuseums einen vergnüglichen Abend zu bieten. Natürlich gab es anschließend Autogramme und so manches kurzweilige Gespräch zwischen den Fans und dem Regisseur.

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