Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum stellt sein Jahresprogramm vor

DFF – mehr als Museum und Kino

DFF-Direktorin Ellen Harrington informiert über Vorhaben im neuen Jahr. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – „Unser Haus ist mehr als ein Museum. Das wollen wir in diesem Jahr anhand diverser Projekte zeigen“, sagte Frauke Haß im Kinosaal des Deutschen Filminstitut und Filmmuseums (DFF).

Direktorin Ellen Harrington blickte zunächst auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück, in dem das DFF seinen 70. Geburtstag feierte und den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten erhielt – erstmals bekam ihn eine Institution. Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung des.

Fassbinder Centers.

Fassbinder wird auch 2020 Thema sein, er wäre am 31. Mai 75 Jahre alt geworden.

Noch bis zum 8. März findet das 26. Africa Alive Festival statt, bei dem das Land Sudan im Fokus steht. Filme, Konzerte, Lesungen, Diskussionen und ein Kinderprogramm sind geplant.

Kuratorin Daria Berten verwies auf die Sonderausstellung „The Sound of Disney“, die vom 21. Mai bis 18. Oktober zu sehen sein wird. In der Schau stehen Disney-Filme von 1928 bis 1967 im Mittelpunkt, es geht vor allem um Klangwelten wie in „Silly Symphonies“ (1929 bis 1939) bis hin zum Dschungelbuch (1967).

„Katastrophe. Was kommt nach dem Ende?“ beschäftigt sich vom November bis zum April 2021 mit Ausnahmesituationen und ihre filmische Umsetzung. Es geht aber auch um die Nähe zu tatsächlichen Ereignissen, wie Kuratorin Stefanie Plappert hinzufügte.

Über das Projekt „Constellation 2.0“, das sich über vier Jahre erstreckt, informierte der Leiter Digitale Projekte David Kleingers. Das Erlebnis „Museum“ soll in den digitalen Raum erweitert werden. Das DFF kooperiert dabei mit dem erfahrenen Australian Centre for The Moving Image (acmi) und erhält eine Förderung des Bundes in Höhe von 840.000 Euro über die vierjährige Laufzeit. Das DFF will auf digitalem Gebiet internationale Standards setzen und die Rolle des Museums bis hin zu Sammlungen und Hintergrundinformationen vorantreiben.

Ist das nicht Horst Buchholz in dem Ausschnitt auf der Leinwand? Genau, er spielte den Sowjetsoldaten Mischa Bjelkin in „Himmel ohne Sterne“ (1955), Regie Helmut Käutner. Der Film wurde digitalisiert. „Die Digitalisierung, mit der wir uns seit 2013 beschäftigen, macht alte Filme wieder verfügbar und ist äußerst aufwendig“, erklärte der Leiter des Filmarchivs Thomas Worschech. Er verriet auch, dass das DFF einen besonderen Schatz erwerben konnte; 3300 analoge Filmkopien, darunter Dokumente aus der Frankfurter Stadtgeschichte.

Über das digitale Vermittlungsprojekt „Rhizom Filmgeschichte“ informierte Ines Bayer. Es soll ab Herbst 2020 aufgrund von Filmanfängen von mehr als 100 deutschen Streifen einen neuen, intuitiven Zugang zur Geschichte ermöglichen und zugleich ein Schaufenster in die Archive sein.

Kulturelle Vielfalt spielt auch im DFF eine große Rolle. „Im Rahmen des Programms ,360˚ – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft‘ geht es um Diversifizierung bei der Ansprache des Publikums, bei der Vernetzung in der Stadt und bei der Planung interkultureller Veranstaltungen“, erläuterte Aida Ben-Achour.

Das Spektrum des DFF ist groß und reicht von digitalisierten Filmschätzen aus der Stummfilmzeit bis hin zu dreidimensionalen Museumsbesuchen in der Zukunft. Es bleibt spannend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare