Makaber-genüsslicher Spaß

Amüsantes Dinner-Krimi feiert Premiere im Depot

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Robert und Anna, Phoebes Vermieter, platzen in die Trauerfeier und schleusen ihre Urne ein, um sie loszuwerden.

Sachsenhausen (gre) – „Danke, vielen Dank, dass Sie zur Trauerfeier gekommen sind. Das rührt mich wirklich sehr“, begrüßte Phoebe Longfoot, gespielt von Pia Thimon, die Gäste der brandneuen Dinner-Krimi-Komödie „Trauer macht lustig“ im Sachsenhäuser Depot 1899.

Und die wissen gar nicht, wie ihnen geschieht, antworten „Gerne doch“ oder „Ich freue mich schon aufs Trauermahl.“ Rund 50 Gäste haben an vier langen Tafeln Platz. Das Krimigeschehen findet nicht nur auf zwei Bühnen, sondern auch – ganz interaktiv – in den Gängen zwischen den Tischen statt. Als sich alle Gäste gesetzt haben, verteilt Phoebe fleißig Gastrollen. Darunter Reverend Hownot, Prediger und Pantheist, die Ärztin Dr. Alice Claar und Ermittler Mr. Mattison. „Ach schön, meine Trauertäubchen von meinem Vhs-Kurs ‘Trauer macht lustig’ sind ja auch da“, sagt Phoebe Longfoot und verteilt lila Kunstblumen an einige Frauen. Manche schauen weg, möchten nicht integriert werden, stecken sich das Accessoire dann aber doch ins Haar.

Dann startet der große Auftritt für Phoebe Longfoot, die sich als Gastgeberin sichtlich wohlfühlt. Ganz anders ihre Schwester: Die pragmatische George Longfoot, verkörpert von Reinhard Lila, will von dem Trubel zunächst nichts wissen. Phoebe verkündet, dass es sich bei den Todesfällen um Hund Sam und Nachbars Katze Ronnie handelt, die Zuschauer amüsiert’s. Die Urnen hat Phoebe allerdings im Supermarkt stehen gelassen. Stattdessen hat sie ein großes Glas Gewürzgurken und eine große Dose Ravioli dabei. Großes Gelächter im Publikum. Eine Glocke erklingt. Spielpause. Der erste von vier Gängen wird serviert, der Hunger der Gäste ist gestillt – vorerst.

Auftritt für Mrs. Hoover und Fatima (Pia Thimon) – beide sind Reinigungskräfte im Hotel, in dem die Trauerfeier ausgerichtet wird. Während Hoover Anweisungen gibt und über Götter philosophiert, fällt Putzfrau Fatima tot auf einen Bürostuhl. Auch Gastspielerin Dr. Alice Claar kann da nichts mehr ausrichten. Reverend Hownot spricht ein Gebet. Hoovers letzter Kommentar: „Und wer macht jetzt hier sauber?“ Gang Nummer zwei, ein Süppchen wird serviert. In den folgenden zwei Stunden wechseln sich Theater und Menü ab. Das Schauspieler-Duo verkörpert die unterschiedlichsten Rollen mit vielen Dialekten, schlüpft alle Viertelstunde in andere Kostüme. Und dabei hat das Publikum einiges zu Lachen. Doch einer aus jedem Duo muss stets sterben und landet am Ende der Szene immer im gefürchteten Bürostuhl. Dann wird er von Sensenmann Bill Sense, alias Florian White, der sich auch um die Technik kümmert, davongerollt. Die Charaktere werden irrwitzig verkörpert – sei es der liebeskranke Yves, der sich verzweifelt Schnupftabak in die Nase zieht, oder die Rentnerinnen Jolanda und Agly O’Brian, die keine Trauerfeier verpassen. Am Ende wird klar: Nur einer der Toten wurde ermordet. Um wen es sich dabei handelt, durften die Dinner-Gäste anschließend raten.

Das nächste Mal wird das Stück am Sonntag, 19. Mai, ab 19 Uhr im Steigenberger Hotel Bad Homburg aufgeführt. In Darmstadt ist „Trauer macht lustig“ am Donnerstag, 11. November, ab 19.30 Uhr zu erleben. Wer sich für weitere Stücke aus dem Dinner-Krimi-Repertoire interessiert, findet eine Auswahl im Internet auf www.dinnerkrimi.de. Eintrittskarten können dort online, per E-Mail an info@dinnerkrimi.de, unter 06151-9800912 oder direkt am Aufführungsort reserviert und gekauft werden.

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