140 Jahre Frankfurter Ruder-Gesellschaft Oberrad

Lebendiger Verein feiert seinen Geburtstag

Vereinsvorsitzender Dieter Baier (links) und vier weitere Vorstandsmitglieder taufen den neuen Doppelvierer auf den Namen „Concordia“. Foto: Schieder

Oberrad (ms) – Ihr 140-jähriges Bestehen hat die Frankfurter Ruder-Gesellschaft Oberrad (FRGO) am Wochenende im und um das Bootshaus im Rudererdorf am Mainwasenweg gefeiert.

Los ging’s am Freitag mit der Jubilarehrung im Festsaal des Bootshauses. Neun Jubilare waren dabei. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wurden gleich drei Generationen einer Familie geehrt: Es waren Dieter Baier, der erste Vorsitzende der FRGO, und sein Vater Rudolf Baier, Ehrenmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied der FRGO, für 50 Jahre Treue zum Verein sowie Melanie Baier, die Tochter von Dieter Baier, für 25 Jahre.

Nach den Ehrungen war Unterhaltung angesagt. Der bekannte Travestiekünstler Bäppi la Belle war zu Gast und erhielt als erster die Ehrenmedaille zum 140-jährigen Bestehen.

Am Samstag, 15. September, war nicht nur der Gründungstag im Jahre 1879, sondern auch ein großes Vereinsfest mit den Vereinsmeisterschaften und der Taufe zweier neuer Boote, einem Doppelvierer mit Steuermann und einem Renneiner, angesagt.

Dieter Baier erinnerte vor der Bootstaufe an die Vereinsgeschichte. 1879 haben im Gasthaus „Zu den drei Löwen“ neun Oberräder Bürgersöhne die „Oberräder Ruder-Gesellschaft“ gründetet. Damals gehörte Oberrad noch nicht zu Frankfurt.

Unter den Gästen konnte Baier die Ehrenratsmitglieder Manfred und Heinz Kissel in Begleitung ihrer Frauen, sowie den ehemaligen Stadtrat Bernd Friedrich begrüßen, der seit über 60 Jahren FRGO-Mitglied ist.

„Wir blicken auf 140 Jahre Breiten-, Leistungs- und Gesundheitssport zurück,“ sagte Baier. Es habe nicht nur viele erlebnisreiche Stunden gegeben, sondern auch viel persönlichen Einsatz für die Gemeinschaft. Die ehrenamtliche Tätigkeit sichere einen guten Kurs. Es liege an den Mitgliedern, die Zukunft zu gestalten und im hier und jetzt zu handeln.

Durch viel Engagement habe der Verein das erste Bootshaus im Garten der Gerbermühle errichtet. 1898 wurde es dann durch ein größeres im Rudererdorf errichtet.

Zwei Weltkriege hätten den Vereinsbetrieb unterbrochen, der aber sofort nach Kriegsende wieder aufgenommen wurde. Hinzu kam ein Neubau des Bootshauses nach Totalvernichtung im Zweiten Weltkrieg.

Die FRGO habe nicht nur viele Erfolge im Rudersport zu verzeichnen, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene. So waren Vereinsmitglieder auch in Kegelgruppen aktiv. Zu den zahlreichen Aktivitäten außerhalb des Rudersports gehört auch die Eierfahrt am Neujahrsmorgen.

Auf beiden Booten, die getauft werden sollten, war noch kein Name zu lesen. Mehr als 100 Mitglieder und Freunde beteiligten sich an der Namenswahl. So wurde der Doppelvierer auf den Namen „Concordia“ getauft, den Namen des ersten Bootes der FRGO. Der Renneiner heißt jetzt „Ruhig auf der Rolle“.

Nach der Taufe wurden beide Boots zu Wasser gelassen und absolvierten ihre Jungfernfahrt. Der Doppelvierer war mit Vorstandsmitgliedern der FRGO besetzt mit Dieter Baier, der selbst mit 127 Gesamtsiegen der erfolgreichste Ruderer der FRGO ist, als Steuermann. Der Renneiner war mit Carla, dem jüngsten Vereinsmitglied besetzt.

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