Kleidungsstile aus aller Welt

Ausstellung über muslimische Mode eröffnet

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Kleidungsstücke muslimischer Mode im Museum Angewandte Kunst in Sachsenhausen.

Sachsenhausen (zjs) – „Es ist eine Modeausstellung“, wiederholt der Leiter des Museums Angewandte Kunst Matthias Wagner K gebetsmühlenartig, damit man keinen falschen Eindruck bekommt.

Nun gibt es aber auch in Frankfurt keine Modeschauen, bei denen die Besucher mit Körperscannern und Taschenkontrollen beim Eingang in das Museum durchleuchtet werden. „Die Sicherheitsvorkehrungen sind notwendig, weil es im Vorfeld der Ausstellung Hassmails rechter Gruppierungen gegeben hat, weshalb wir die Maßnahmen auch während der gesamten Dauer bis 1. September aufrecht erhalten werden“, sagt der Direktor.

Die Schau „Contemporary Muslim Fashions“ wurde in San Francisco inhaltlich erarbeitet und von Max Hollein initiiert, der früher in Frankfurt agierte und demnächst in New York tätig ist. Bei der Auswahl der Designer haben sich die Kuratoren besonders auf den Nahen und Mittleren Osten, Malaysia und Indonesien sowie Europa und USA konzentriert. Dabei werden nicht nur regionale Unterschiede aufgezeigt, sondern auch die Gemeinsamkeiten sichtbar gemacht. „Mode zeigt sich von ihrer besten Seite, wenn sie sich sowohl an die Bedürfnisse der Gesellschaft anpasst, als auch ihre sozialen und politischen Unterströmungen widerspiegelt“, sagte Jill D’Alessandro, die zuständige Kuratorin aus San Francisco. Sie begleitet die Ausstellung, deren erste Station in Europa die Bankenstadt ist. Neben den 80 Ensembles etablierter und aufstrebender Designer aus den Bereichen Luxus-Mode, Streetwear, Sportswear und Couture gibt es zahlreiche Kunst-, Dokumentar- und Mode-Fotografien mit Erklärungen. „Mit der Schau möchten wir mit dem stereotypen Bild aufräumen, wie eine muslimische Frau aussieht“, sagt Mahret Ifeoma Kupka als Koordinatorin. Der Aufstieg des Modesektors geht auch auf die Zielgruppe junger muslimischer Modebloggerinen und Influencerinnen zurück, zeigen sich die Verantwortlichen überzeugt.

Der Eintritt zur Ausstellung kostet zwölf Euro, der begleitende Katalog wird für 55 Euro abgegeben. „Contemporary Muslim Fashions“ in Sachsenhausen, Schaumainkai 17, wird gefördert von der Ernst Max von Grunelius-Stiftung und dem Bankhaus Metzler sowie unterstützt von Bonaveri.
Weitere Infos stehen auf www.museumangewandtekunst.de.

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