Aktion zum Tag des Baumes

Kinder pflanzen Flatter-Ulmen

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Andreas Goldschmidt (rechts) zeigt den Kindern, wie Bäume gepflanzt werden.

Sachsenhausen (jf) – Zu einer besonderen Unterrichtsstunde kamen am Montag rund 60 Tex- torschüler am Tag des Baumes in den Stadtwald. Sie waren gut vorbereitet, hatten Bilder gemalt und Lieder eingeübt.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig begrüßte Kinder und Lehrer, die Mitarbeiter des Stadtforstes und des Grünflächenamtes sowie Vertreter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: „Seit 1952 gibt es den Tag des Baumes, seit 31 Jahren den Baum des Jahres. 2019 ist es die Flatter-Ulme.“ Ihren Namen hat sie von der lockeren, langstieligen Blüte, die im Wind tanzt. Noch ist diese Ulmenart, die trockene Zeiten wesentlich besser aushält als andere Bäume, wenig bekannt und verbreitet. Das soll sich mit der Pflanzaktion ändern.

Werner Ebert, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Frankfurt, verwies auf die Gefährdung des Waldes und auf das Baumsterben. Nicht nur Trockenperioden, sondern auch Borkenkäfer setzten dem Wald zu. „Die Borkenkäfer unterbrechen mit ihrem Fressen die Wasserführung der Bäume und führen so zu deren Absterben“, sagte der Experte.

Ein Viertel des Frankfurter Stadtwaldes fiel dem Krieg zum Opfer, vor allem Kiefern und Roteichen, die es damals gab, wurden nachgepflanzt. Das sei kein Fehler gewesen, sondern habe sich aus den Bedingungen nach 1945 ergeben. Bevor es auf die vom Stadtforst vorbereitete Lichtung inmitten von Eichen, Ahorn, Linden und Buchen ging, sangen die Kinder das französische Lied „L’arbre/Der Baum“ und „Der Baum des Lebens“ dazu hielten sie Bilder hoch und begleiteten das Lied „Sei ein Baum“ mit Gesten.

Auf der Lichtung standen Hohlspaten und rund 200 Flatter-Ulmen-Setzlinge bereit. Experten des Stadtforstes betreuten die Kinder: „Ihr müsst den Spaten gerade ansetzen, fest in den Boden treiben und dann die Erde lockern. In das Loch setzt ihr vorsichtig die Pflanze, schiebt anschließend Erde über die Wurzeln und tretet den Boden dann etwas fest“, erklärte Andreas Goldschmidt. Den Spaten in die Erde zu treiben, war für die Kinder gar nicht so einfach; obwohl Sveva und Rosa zu zweit auf dem Pflanzgerät standen, bewegte sich der Spaten kaum. Da musste ein Forstarbeiter helfen.

Rund 80 bis 90 Prozent der kleinen Flatter-Ulmen sollten anwachsen, wenn die Bedingungen günstig sind. Etwa einen bis zwei Zentimeter pro Jahr wachsen die Bäume, können bis 40 Meter hoch und bis 400 Jahre alt werden. Die Schüler leisteten also etwas Nachhaltiges mit dieser Aktion.

„Das habe ich noch nie gemacht!“, sagte ein Mädchen. Außerdem konnten die Kinder in luftdurchlässigen Dosen Käfer sammeln. „Schau mal, ich habe einen Frosch!“, sagte ein Junge. „Aber den darfst du nicht mit in die Schule nehmen, der muss im Wald bleiben“, sagte ein Forstexperte. Dann kam der Frosch wieder in den Wald und verschwand schnell im Unterholz.

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