Kultur-Region Frankfurt/Rhein-Main stellt Jahresprogramme vor

Kahlo, Kleidung und „Karfunkel“

Mit den Plakaten zu den neuen Programmen (von links): Magdalena Zeller, Matthias Wagner K, Ina Hartwig, Thomas Will und Sabine von Bebenburg. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Das unverwechselbare Selbstporträt der mexikanischen Malerin Frida Kahlo prangt auf dem knapp 100 Seiten starken Katalog „Museen und Sonderausstellungen 2020“ der Kultur-Region Frankfurt/Rhein-Main.

Die gemeinnützige Gesellschaft hatte zur Präsentation ihrer Jahresprogramme ins Museum Angewandte Kunst eingeladen. Hausherr Matthias Wagner K schätzt den Zusammenschluss als „wichtigstes Netzwerk der Region“. Thomas Will, Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur-Region und Landrat des Kreises Groß-Gerau bezeichnete den nunmehr elften Katalog zu den Museen als komprimierte Vorstellung von 104 Ausstellungshäusern mit über 200 Angeboten. Zehn Häuser sind hinzugekommen. Will forderte auf, nicht nur die bekannten Museen, sondern auch die weniger im Fokus stehenden Ausstellungen zu besuchen. Zweifellos ist allerdings die Exposition „Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“ von Februar bis Mai in der Schirn Kunsthalle ein Highlight.

Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig sprach über das 26. Internationale Theaterfestival „Starke Stücke“, das vom 12. bis zum 23. März an 31 Orten stattfindet. 19 Inszenierungen aus 13 Ländern werden in über 100 Vorstellungen gezeigt. Dabei präsentiert sich das Zoo-Gesellschaftshaus als Gastgeber für das interaktive Theaterspiel „Das Spaze Maze Game“ – der Ort soll ja künftig zu einem Kinder- und Jugendtheater entwickelt werden. Am 17. März wird dann zum zehnten Mal der Frankfurter Kinder- und Jugendtheaterpreis „Karfunkel“ im Kaisersaal verliehen.

Als drittes Heft liegt das Halbjahresprogramm 2020 von „Kleidung, Freiheit, Identität gestern und heute“ vor. Es ist Teil des Kultur-Region-Projekts „Geist der Freiheit“. „Rund 60 Veranstaltungen – Expositionen, Workshops, Gespräche und Performances – werden sich mit dem Thema an 27 Orten beschäftigen“, erläuterte Projektleiterin Magdalena Zeller. „Das ‚rote Parteiweib‘ mit dem Hosenanzug“ titelte im April 1970 die Abendzeitung über den skandalösen Auftritt der Abgeordneten Lenelotte von Bothmer im Bundestag. Vor 50 Jahren ein Aufreger, heute verursachen die Zeilen höchstens noch ein müdes Lächeln. Haute Couture wird von Street Fashion abgelöst und beeinflusst. Selbstinszenierung ist angesagt, vor allem im Internet.

„Die 2005 gegründete Kultur-Region hat inzwischen 53 Mitglieder – im Jubiläumsjahr wird jede Woche ein Mitglied vorgestellt“, informierte die Geschäftsführerin Sabine von Bebenburg. 3,3 Millionen Menschen umfasst die Gesellschaft, die sich auch über Ländergrenzen hinaus erstreckt. Erstmals beschlossen die Gesellschafter 2019 einstimmig eine Erhöhung des Beitrags von zehn auf zwölf Cent pro Einwohner und Jahr. Ob das Land die Kultur-Region auch institutionell fördert, bleibt bislang offen.

Zwei Programme folgen noch im Laufe des Jahres. Vor Ostern wird „Garten-Rhein-Main“ mit dem Jahresthema „(G)Artenvielfalt“ erscheinen. Außerdem ist nach zehn Jahren eine Neuauflage des Parkführers geplant.

Ende Juni wird das Programm der 18. Tage der Industriekultur unter dem Titel „Umwelt gestalten“ veröffentlicht. Von April bis Ende Oktober gibt es die Route der Industriekultur Junior mit attraktiven Angeboten.

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