Unterricht mit W-Lan

Internet-Pilotprojekt an Carl-Schurz-Schule

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Sarah (von links), Valerie und Lara bei der Arbeit am Rechner.

Sachsenhausen (jf) – So lange arbeiten die Schüler der Carl-Schurz-Schule noch nicht mit Laptops und W-Lan. Vor etwa vier Wochen kamen dreimal 30 Rechner an. Nun erkundigten sich Bildungsdezernentin Sylvia Weber und Vertreter des Stadtelternbeirats nach dem Stand der Dinge.

„Fast auf jeder Etage gibt es einen entsprechenden Wagen mit Rechnern. Die Benutzung muss angemeldet werden, die Geräte werden gerne verwendet“, sagte Schulleiter Hans-Ulrich Wyneken. Das Pilotprojekt „Ausstattung von Frankfurter Schulen mit W-Lan“ wurde Ende Januar von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Die Carl-Schurz-Schule ist eine von 13 teilnehmenden Bildungseinrichtungen. Der Computerraum konnte aufgelöst werden: „Unser G8-Gymnasium hat ohnehin zu wenig Platz“, sagte Hans Bender, stellvertretender Schulleiter und verantwortlich für das Projekt. Elf Räume haben regulär W-Lan. „Allerdings kann das drahtlose Internet in weit mehr Räumen genutzt werden“, sagte Bender. „Im Erdkundeunterricht werden die Rechner besonders häufig verwendet“. Wyneken unterstrich: „Wir wollen in erster Linie Medienkompetenz vermitteln. Das ist ein riesiges Thema und weit mehr als der Umgang mit Rechnern. “ Es gehe nicht darum, Schiefertafel und Lehrbuch gegen Computer auszutauschen, sondern die Rechner als einen Baustein von vielen anzusehen. „Am wichtigsten ist bei allem die Lehrkraft“, sagte der Schulleiter.

„Beim Thema Internet steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern der reflektierte, kritische und kreative Umgang mit Medien“, bestätigte die Dezernentin. Jugendliche können eigene Erfahrungen sammeln, wenn sie selbst eine Präsentation erstellen oder einen Film produzieren. „Das Pilotprojekt soll die technischen Möglichkeiten und Formen des Einsatzes testen“, fügte Weber hinzu. Das Medienzentrum Frankfurt berate, die Goethe-Universität evaluiere die Ergebnisse nach einem Jahr. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen alle Schulen in Frankfurt W-Lan erhalten. „Mit den Mitteln aus dem Digitalpakt kann das deutlich schneller gehen“, ergänzte sie. Die Stadt habe dafür bereits acht Millionen Euro im Haushalt vorgesehen.

Im 65-minütigen Geschichtsunterricht der Klassenstufe 10 waren Ixchel, Sarah, Valerie, Lara und die anderen sechs Teams gerade dabei, anhand eines Arbeitsblatts in zwei Gruppen Aufgaben zu lösen. Thema: „Theater und Oper während der Französischen Revolution – Unterhaltung oder Sprachrohr der Gesellschaftskritik?“ Im Mittelpunkt steht dabei „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart. Das Mädchenteam unterhielt sich leise über erste Ergebnisse. Zunächst wurde gesammelt und die Infos in einer Word-Datei gespeichert. „Mit dem Rechner ist die Recherche schon einfacher“, sagte Lara. „In der Präsentation kann man die Ergebnisse der anderen mitlesen. Das ist gut“, sagte Valerie.

Auf der Rückseite des Arbeitsblatts gibt es Hinweise zur Benutzung des Computers. Wert wird auf Seriosität und die Angabe der Quellen gelegt. „Eigentlich wollten wir den Leitfaden gemeinsam erarbeiten, aber dafür fehlte die Zeit“, sagte Geschichtslehrer Steve Götz.

Mit den Geräten und dem W-Lan komme die Schule gut klar. „Früher fehlte der Schwamm zum Abwischen der Tafel, dann die Birne beim Overhead-Projektor. Und heute ist das W-Lan manchmal etwas langsam“, fasste Hans-Ulrich Wyneken Veränderungen zusammen.

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