Bäckersfamilie Creß ruht

Heimat- und Geschichtsverein übernimmt Patenschaft für Grab

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Guido Neumann (links) mit dem Vertrag des Friedhofsamts und Günter Jung, der die Idee zu der Patenschaft hatte.

 

Ein Ideengeber ist hier das Vorstandsmitglied Günter Jung, der selbst aus einer alteingesessenen Gärtnerfamilie stammt. Als er erfuhr, dass auf dem Alten Friedhof drei Gräber unter Denkmalschutz stehen, regte er an, die Patenschaft für eines der Gräber zu übernehmen. Der Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins beauftragte ihn daraufhin, mit dem Friedhofsamt zu verhandeln. Nachdem ein Vertrag ausgehandelt worden war, wurde er vom Vorsitzenden des Vereins, Guido Neumann, unterzeichnet. Der Verein beschloss, ein Schild anzubringen, das auf die Patenschaft hinweist. Die Firma Weinstein fertigte dieses an, das sowohl farbig passend als auch in der Schrift geschrieben ist, die auf dem Grabmal verwendet wurde. Am vergangenen Donnerstag wurde es nun an dem Familiengrab der Familie Creß angebracht.

Die Bäckerei der Familie gab es seit 1880 am Mathildenplatz. Sie wurde vom Bäckermeister Konrad Creß, der 1854 in Oberrad geboren wurde, gegründet. Verheiratet war er mit Johannette Christiane Haas Eltville. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Ernst Peter, Konrad und Anna Helene. Der Erbe der Bäckerei Konrad Creß heiratete 1911 Josefine Pauline Frieda Ludwig. Er fiel im Ersten Weltkrieg auf den Comers Höhen bei Verdun im Jahre 1915. Die Erbin heiratete dann 1921 den älteren Bruder Ernst Peter Creß, um die Bäckerei in der Familie zu erhalten. Da es keine Nachkommen gab, musste die Bäckerei in den 1950er-Jahren aufgegeben werden.

In der Grabstätte, die mit einem schönen Grabstein geschmückt ist, wurden sämtliche Familienmitglieder beigesetzt. Bedauerlich finden es sowohl Günter Jung als auch Guido Neumann, dass auf dem Alten Friedhof immer mehr Gräber abgeräumt werden, sind doch hier viele Angehörige alter Oberräder Familien beigesetzt.

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