Überdachte zweistöckige Abstellanlage am Südbahnhof eröffnet

Ein guter Platz für Fahrräder

Michaela Kraft und Klaus Oesterling stehen vor der neuen Fahrradabstellanlage am Südbahnhof. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Viele sind gerade in den vergangenen Wochen aufs Rad umgestiegen. Doch oft fehlen Abstellplätze. Die Stadt bietet nun neben dem Südbahnhof an der Kreuzung Diesterwegplatz/Hedderichstraße eine Möglichkeit, sein Gefährt unterzustellen. „Am 26.

Mai haben wir die zweistöckige, überdachte Anlage mit Platz für 32 Räder aufgebaut“, sagte Abbas Karimi vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE).

„Nachdem im Sommer 2017 die doppelstöckige Anlage mit 96 Stellplätzen an der Konstablerwache als erste ihrer Art eröffnet wurde, ist diese Anlage am Südbahnhof die inzwischen 13. in Frankfurt“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling. Auch in Rödelheim und Höchst gibt es solche Abstellmöglichkeiten. „Zuerst hatte ich Bedenken, ob die Angebote auch angenommen werden“, gab Oesterling zu. Er befürchtete gar, im „Schwarzbuch“ des Bundes der Steuerzahler erwähnt zu werden. Doch das traf nicht ein. Aber: „Es dauert etwa anderthalb Jahre, bis die Anlagen richtig gut angenommen werden und ausgelastet sind.“ Das liegt natürlich auch am Standort. „Es braucht Mut, ein Stück vor dem Bedarf zu bauen“, bemerkte der Verkehrsdezernent.

2019 beschlossen die Stadtverordneten als Ergebnis der Einigung zwischen der Initiative Radentscheid und der Stadt, Maßnahmen für den Radverkehr umzusetzen. Dazu gehören auch jährlich 2000 neue Abstellplätze – rund 1600 wurden in diesem Jahr bereits geschaffen. „Über die Standorte beraten wir mit den Ortsbeiräten“, erklärte der Dezernent. So sollen 2020 weitere Anlagen in Nieder-Eschbach und am Ostbahnhof folgen.

Der Platz am Südbahnhof, nicht direkt vor dem denkmalgeschützten, 1873 errichteten Gebäude, sondern an der Seite, ist erweiterbar. Die Anlage der Firma Orion aus Biebesheim ist mit einer Hydraulik ausgerüstet, die es ermöglicht, Räder bis zu 25 Kilogramm Gewicht – also auch E-Bikes – im oberen Bereich ohne viel Muskelkraft abzustellen. „Die Anlage kostet 25.000 Euro“, sagte Michaela Kraft, Leiterin ASE. „Die wartungsarme Abstellanlage dient nicht nur Pendlern, sondern auch Marktbesuchern.“ Das Amt habe auch in Corona-Zeiten durchgearbeitet, um den Standort am Südbahnhof einzurichten. Neben dem Denkmalschutz musste auch der Verlauf von Leitungen und Baumwurzeln beachtet werden. Kraft und Oesterling sind sich sicher, dass die Anlage bei den Radfahrern gut angenommen wird.

Zurzeit nehme der Autoverkehr wieder zu, auf der Agenda der Stadt in Sachen Radfreundlichkeit stehen sichere Radwege an oberster Stelle, die Farbe Rot habe sich bewährt – das zeige sich an der Schönen Aussicht und auf der Kurt-Schumacher-Straße, wie Oesterling erklärte. Auch der Aspekt „Fahrradfreundliche Nebenstraßen“ werde nach der Sommerpause stärker in den Fokus gerückt. „Und ganz Frankfurt wird für Radfahrer mit entsprechenden Hinweisen auf Radwege versehen“, fügte der Dezernent hinzu.

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