Große Feierstunde

125 Jahre Kleingärtnerverein Rosisten

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Klaus Beuermann vom Landesverband der Kleingärtner (rechts) überreicht Hans-Georg Koll (Mitte) das Verbandsabzeichen in Gold. Hartwig Treulein von der Stadtgruppe gehörte zu den ersten Gratulanten.

Sachsenhausen (ms) – Mit einer akademischen Feierstunde beging der Kleingartenverein Rosisten sein 125-jähriges Bestehen im Vereinsheim der Rosisten 2 im Ziegelhüttenweg am Wochenende. Gekommen waren nicht nur Mitglieder, sondern auch Freunde, Förderer und Unterstützer.

Mit dabei waren Katja Heubach, Leiterin des Palmengartens, die ehrenamtliche Stadträtin Elke Sautner, ein Vertreter des Kleingärtnerversicherungsdienstes, vom Stadt- und Landesverband der Kleingärtner, Thomas Murawski und Rosita Jany vom Ortsbeirat 5, sowie das Ehrenmitglied Karin Herzog. Heubach wies in ihrem Grußwort auf die Bedeutung der Kleingärten hin – auch für den Palmengarten. Stadträtin Sautner betonte auch im Namen des Oberbürgermeisters die Bedeutung der Kleingärten für die Stadt. Der Verein sei als Rosenzuchtverein gegründet worden, dann seien auch Obst und Gemüse dazugekommen. Er sei auch Mitgründer der Stadtgruppe der Kleingärtner. In den über 100 Jahren habe es viele Veränderungen gegeben. Doch sei der Schutz der Anlagen ein wichtiges Gut für die Umwelt und verdiene Respekt.

Danach sprach Hartwig Treutlein als Vertreter der Stadtgruppe und überreichte einen Scheck als Unterstützung für die Feierlichkeiten in diesem Jahr. Einen Einblick in die Geschichte des Vereins gab der Vorsitzende Hans-Georg Koll. „Unser Verein hat seine Gründung nicht dem Schrebergedanken des 19. Jahrhunderts, sondern der Rosenliebhaberei des Redakteurs der ‚Rosenzeitung’ und Geschäftsführer des ‚Vereins Deutscher Rosenfreunde‘ zu verdanken. Es war Conrad Peter Strassheim.“ Weiter geht’s auf Seite 5

Am 7. März 1894 trafen sich 22 Rosenliebhaber in ihrem Stammlokal und gründeten den „Frankfurter Rosisten-Verein“, der bald 88 Mitglieder zählte. Bereits 1897 fand die erste große Rosenausstellung auf einem Freigelände der heutigen Holbeinstraße statt, wo heute noch das Rosengärtchen daran erinnert. So begann Strassheim 1898 mit Verhandlungen, um ein Gelände für einen Kleingartenkolonie zu schaffen. So kam es zu der heutigen Anlage 1 an der Louisa im Frühjahr 1904. Im folgenden Jahr nach der Aufbereitung des Bodens waren die ersten Gärten verpachtet. Im Laufe der Jahre wuchs die Zahl der Gärten auf 136.

Am 1. Januar 1914 wurde dann die Anlage 2 gegründet mit über 175 Kleingärten. Erst 1934 wurde der Verein in „Kleingartenverein Der Rosisten“ umbenannt. Es folgten die Anlage 3 und 3a, die eine Verwaltungseinheit bilden. 1960 wurde dann auf einem Gelände nahe dem Goetheturm die Anlage 4 gegründezt, die zweimal erfolgreich im Wettbewerb „Frankfurt in Blumen“ war.

1919 entstand bereits die Anlage 5 am Königsbrunnenweg. Sie wurde als erste in den 1990er Jahren von einer Obfrau „regiert“. Insgesamt haben die Rosisten 200.985 qm Gelände, das alles der Stadt gehört. „Aus dem Nichts wurde ein Paradies geschaffen für Insekten, Dienen, Vögel und Igel. Manchmal taucht auch ein Fuchs auf und sorgt dafür, dass Ratten, Mäuse und auch Kaninchen keine Chancen haben,“ sagte Koll gegen Ende seiner Ansprache. Doch von der Kleingartenfläche im gesamten Stadtgebiet seien zwar 64 Prozent abgesichert, das heiße aber nicht das sie sicher sind.

Auch Klaus Beuermann von Landesverband der Kleingärtner ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung der Kleingartenbewegung ein. Er wies darauf hin, dass sie nicht nur zur Ökologie beitrage sondern auch der gesellschaftliche Integration, denn in den Vereinen seien Menschen aller Altersgruppen und unterschiedlicher sozialer Herkunft zu finden. Auch er überreichte einen Scheck. Dann kam er zum Höhepunkt der Feierstunde, der Auszeichnung des Vorsitzenden Hans-Georg Koll, der seit 47 Jahren mit den Beschicken des Vereins eng verbunden ist, mit denn Verbandsabzeichen in Gold.

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