„Vielfraß“ ist auf Straßen unterwegs

Umweltdezernentin stellt neuen Stadtmüllsauger vor

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Sie haben den Müll auf Frankfurts Straßen im Blick: Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Mitte) mit „Glutton“ und Mitarbeitern der FES in Sachsenhausen.

Er ist ein Vielfraß, keine Frage, denn er schluckt alles, was ihm vor den Rüssel kommt: „Glutton“ ist Englisch, bedeutet Vielfraß und ist gleichzeitig der Name der belgischen Firma, die den Stadtsauger herstellt.

Sachsenhausen –  Jetzt wurde er von Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig mit der FES und der Sauberkeitskampagne #cleanffm vorgestellt – und zwar auf einem Untergrund, der dem kühlschrankgroßen Gerät gleich alles abverlangt.

Im Herzen von Sachsenhausen auf Kopfsteinpflaster kann Glutton zeigen, was er drauf hat, denn er soll überall dort zum Einsatz kommen, wo Besen oder Kehrmaschinen versagen. Er ist nicht wählerisch und saugt alles ein: Papier, Karton, Getränkedosen, Glas und Plastikflaschen, Metalldosen, Laub und Späne. „Genau deshalb haben wir das Kopfsteinpflaster ausgesucht, um zu zeigen, dass auch die letzte Kippe keine Chance hat, denn leider landen acht von zehn Zigarettenstummeln auf dem Boden, in Grünanlagen oder auf der Straße“, sagte die Umweltdezernentin verärgert. Gerade die achtlos weggeworfenen Kippen seien eines der größten Umweltprobleme der Stadt. Sonne und Regen würden sie zersetzen und ihre giftigen Inhaltsstoffe wie Nikotin, Blei und Arsen gelangen in den Boden und das Wasser, was eine Gefahr für Vögel und Fische ist.

Frankfurt Sachsenhausen: Umweltdezernentin Heilig stellt Stadtsauger vor

Gerade zwischen den Ritzen und Fugen kann Glutton seine Stärke ausspielen und saugt Scherben genauso schnell weg, wie das restliche Konfetti vom Karneval. Neben Sachsenhausen soll der elektronische leise Helfer auf der Zeil, am Römer und auch am Hauptbahnhof zum Einsatz kommen. Durch die auffällige Aufmachung des Geräts erhofft sich Rosemarie Heilig nicht nur ein sauberes Straßenbild, sondern auch, „dass der Stadtsauger all denjenigen einen Impuls gibt, die achtlos Müll und Zigarettenkippen wegwerfen, ihr Verhalten zu ändern und umweltbewusster mit ihrer Stadt umgehen.“

20.000 Euro kostet der Vielfraß. Die Verantwortlichen sind sicher, dass sich das Gerät bewährt und noch weitere angeschafft werden, doch dafür muss die Infrastruktur stimmen. „Wir brauchen Plätze, an denen Glutton aufgeladen werden kann und im Trocknen steht und natürlich sicher vor Diebstahl ist“, sagt Heilig. Der Abfallbehälter am Vielfraß ist übrigens eine haushaltsübliche 240 Liter Tonne.

In den Nachbarstädten Offenbach und Darmstadt ist der technische Helfer bereits im Einsatz und die Rückmeldungen sind vielversprechend. Hungern muss Glutton sicherlich nicht, denn leider verhalten sich viele Mitbürger bei der Abfallentsorgung auf der Straße nicht wie im eigenen Wohnzimmer.

(zjs)

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