„Digital Romantic“

Luminale: Klanglandschaften und Lichtinstallation mit Bezug auf die Romantik

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Im Rahmen der Luminale wird das Fabrik-Gebäude stimmungsvoll angeleuchtet.

In diesem Jahr setzt die Luminale erstmals ein Thema für Lichtkunst und Stadtgestaltung. Unter dem Motto „Digital Romantic“ wird „. . . der Wechselwirkung, dem Zusammenspiel und der Bedeutung von Digitalem und Romantik. . . “ nachgegangen.

Sachsenhausen –  Eine Aufgabenstellung, die das Damals und Heute im doppelten Wortsinn beleuchten soll und auf die Fabrik in besonderer Weise zutrifft. Denn zu Beginn der Industrialisierung führte eine rasant wachsende Industrie zu großen gesellschaftlichen Umbrüchen. Dampfmaschinen und die Elektrifizierung hielten Einzug in die Fabriken und förderten Verstädterung und Landflucht. Zugleich entstand eine Gegenbewegung mit romantischem Blick auf die Vergangenheit.

Das ehemalige Industriegebäude der Fabrik mit der Remise, Ende des 19 Jahrhundert erbaut, sind Paradebeispiele für diese Zeit. Mit dem Ausbau des Hauptbahnhofs wurden in Sachsenhausen Gewerbegebiete erschlossen, was „Dribbdebach“ den Aufbau der ersten Fabrik zur Verarbeitung von Erdöl in Petroleum ermöglichte. Denn die Nachfrage nach Leucht-, Brenn- und Schmierstoffen wuchs. Erdöl wurde eine preiswerte Alternative für Pflanzenöle und Tierfette.

Der Name „die Fabrik“ ist bis heute geblieben. Die Funktion und die Aufgaben haben sich gewandelt. In diesem Sinne wird die Fabrik als heutiger Ort der Kultur auch 2020 leuchten. Mit Bezug auf die Romantik wird das historische Gebäude-Ensemble der Fabrik mit Outdoor-Lichtinstallationen stimmungsvoll in malerische Farben getaucht.

Im Gewölbekeller setzen sich der Musiker und Klangkünstler Bernd-Michael Land mit seinem Projekt „Hyperreale Reflexion“ – visualisiert durch die Computeranimationen von Claus Jahn – mit den Phänomenen des „Maschinenzeitalters“ auseinander. Land sammelt Umgebungs- und Maschinengeräusche und verarbeitet sie im Dialog mit den Klängen aus elektronischen Synthesizern. Somit gehen die verschiedenen Klangwerke eine intermediale Beziehung ein und verschmelzen zu einer neuen hybriden Realität in Klang, Raum und Zeit. Die analogen elektronischen Synthesizer stellen bei der Erzeugung von Klängen den essenziellen Kernpunkt dar. Die abstrakten Klanglandschaften und Schall-Artefakte aus unterschiedlichen Quellen werden von Land auf der Bühne im Gewölbekeller erzeugt und von Claus Jahn visualisiert. Ab 19.30 Uhr können die Besucher die Performances alle zwanzig Minuten live erleben.

Der vielfach ausgezeichnete, gebürtige Frankfurter Bernd-Michael Land arbeitet seit den frühen 70er Jahren im Bereich der elektronischen Experimentalmusik und Klangkunst. Nach zwei Schallwelle Awards erhielt er beim 37. Rock- und Pop Preis 2019 zwei Auszeichnungen (erster Platz für das „Bestes New Age Album 2019“ und dritter Platz „Bestes Cover, Booklet & Inlaycard 2019“). Zudem wurde Land 2019 mit dem Rodgauer Kulturpreis ausgezeichnet. Der Eintritt ist frei.

(red)

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