Der eigene Film auf großer Leinwand

Im Filmmuseum sind die Schulkinowochen gestartet

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Die Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums in Gelnhausen präsentierten bei den Schulkinowochen ihr Erstlingswerk „Gesammeltes“.

Im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF) starteten die Hessischen Schulkinowochen. Knapp einen Monat lang sollten Schulen der Region nun einfachen Zugang zu mehr als 100 Filmen in Kinos erhalten und werden dabei sogar selbst zu Regisseuren.

Update vom 18.03.2020, 11:41 Uhr: Die geplanten Schulkino-Wochen im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF) enden aufgrund der Entwicklungen rund um das Coronavirus vorzeitig. Alle Veranstaltungen vom 16. - 20. März sind abgesagt.

Erstmeldung vom 17.03.2020: Sachsenhausen – Die Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums in Gelnhausen sind ziemlich aufgeregt als sie das hauseigene Kino des Deutschen Filminstituts im Filmmuseum betreten. Schließlich ist es nicht alltäglich, dass ein selbstgedrehter Film in einem echten Kino gezeigt wird. Doch zuerst müssen die Schüler bei der Eröffnung der Schulkinowochen Platz nehmen, denn ihrem Film werden noch einige Reden vorausgeschickt. „75.000 Teilnehmer haben die Schulkinowochen und sorgen dafür, dass Kinder der Region Zugang zu hochwertigen Kinoerlebnissen erhalten“, berichtet DFF-Direktorin Ellen Harrington. Die Schulkinowochen würden auf diese Weise die Kinokultur in Deutschland stärken wollen.

Kulturstaatssekretärin Ayse Asar richtet sich ebenfalls an die Schüler, Lehrer und Verantwortlichen: „Filme können nicht nur gefallen, sie können auch manipulieren und das Weltbild verzerren“, warnt sie in ihrer Rede. „Deshalb ist es so wichtig, bereits in den Schulen mit Filmbildung anzufangen.“ Medienkompetenz sei etwas, dass den Schülern im Alltag ständig abverlangt wird. Allein im Sozialen Medium „Snapchat“ würden jeden Tag zehn Millionen Videoclips eingestellet. „Das Bewusstsein für den verantwortlichen Umgang mit sozialen Medien muss geschärft werden, damit Bilder auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht werden können“, sagte Asar. Filme nicht nur konsumieren, sondern reflektieren – dazu sollen die Hessischen Schulkinowochen einen wichtigen Beitrag leisten.

Frankfurt Sachsenhausen: Schulkinowochen im Deutschen Filministitut und Filmmseum

Dann stellen sich vier Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums vor die Leinwand. Sie wurden von ihrer Klasse auserkoren, etwas über das eigene Filmprojekt zu erzählen. „Die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel sind uns allen sehr wichtig.“ Mit dem Filmpädagogen Urs Tilman Daun habe die Klasse Workshops begonnen, dabei viel gelernt über die Erstellung eines Storyboards, die Grundlage jedes Films. Auch über Kamerafahren habe der Experte mit den Jugendlichen gesprochen und so deren Film „Gesammeltes“ ermöglicht. „Da wir keine Kamera zur Verfügung hatten, haben wir den Film mit unseren Handys gedreht“, erzählen die Jugendlichen. Dann öffnet sich der Vorhang. Ähnlich einem Fernsehbeitrag haben sich die Schüler dem Thema „Sammeln“ angenommen. Mit schnellen Schnitten und aus unterschiedlichen Kameraperspektiven zeigen sie verschiedene Eindrücke von Sammelleidenschaften und klären mit verschiedenen Hintergrundsprechern über das Thema auf. Auch diese Stimmen haben die Schüler selbst aufgezeichnet. „Wir haben alle einen Text geschrieben und dann die besten Stellen einfach zusammengefasst“, erläutern die Schüler nach dem Schlussapplaus. Somit konnten die Jung-Regisseure aus Gelnhausen die Schulkinowochen auf die beste Weise nutzen, denn leider finden diese wegen des Coronavirus in diesem Jahr nicht weiter statt. Nur etwa eine Woche dauerte das Event, statt wie geplant volle drei Wochen. Dennoch: Für die Schüler hat sich der Aufwand gelohnt, denn zum ersten Mal sahen sie ihren eigenen Film auf großer Leinwand. Und auch wenn die Schulkinowochen in diesem Jahr pausieren müssen, so können sich die Schüler nun schon Gedanken machen, was sie im nächsten Jahr filmen möchten.

(nma)

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