Rechtschreibchampions 2020 gekürt

Diktatwettbewerb in Frankfurt: Jeder Fehler zählt

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Die Gewinner von „Frankfurt schreibt“ freuen sich über ihre Sieger-Urkunden.

Oberstufenschüler aus 15 Frankfurter Schulen sowie Eltern und Lehrkräfte sind beim Frankfurt-Finale des großen Rechtschreibwettbewerbs in der Aula der Schillerschule gegeneinander angetreten.

Sachsenhausen – Im Wettkampf um den Titel „Frankfurter Rechtschreibchampion 2020“ drehte sich alles um das richtige Schreiben und das spielerische Entdecken des deutschen Wortschatzes. Die Anwesenden mussten einen kniffligen Wettbewerbstext zum Thema „Dippemess“ meistern und dabei möglichst wenige Rechtschreibfehler machen.

Am erfolgreichsten schnitt die Gruppe der Lehrkräfte ab. Sie erzielte durchschnittlich 9,5 Fehler, gefolgt von den Eltern mit 10,5 und den Schülern mit 17,1 Fehlern. Erfolgreichster Schüler war Abel Muñoz Röcken vom Heinrich-von-Gagern-Gymnasium mit nur sechs Fehlern. Bei den Eltern konnte Julia Breitenöder, die für die Ziehenschule angetreten war, mit zwei Fehlern das beste Ergebnis des Wettbewerbs erzielen. Die beste Lehrerin kommt ebenfalls von der Ziehenschule. Andrea Jensen sicherte sich mit drei Fehlern den Sieg in ihrer Kategorie.

Beim Schreiben des 1524 Zeichen umfassenden Wettbewerbstextes mussten alle Teilnehmer gleichermaßen grübeln: Die Frage nach der richtigen Schreibweise von Wörtern wie „Gokart-Rallye“ oder „schwuppdiwupp“ brachte die Schreibenden zum Teil ins Schwitzen. Etwa jedes vierte Wort im Text war eine orthografische Hürde. Die besten Diktate wurden von einer 18-köpfigen Expertenjury kontrolliert. Moderiert wurde der diesjährige Lokalentscheid von Moritz Wagner, ehemaliger Stadtteil-Botschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Das Diktat las Volker Northoff, einer der überregionalen Gewinner 2019 in der Kategorie Eltern. Während die Teilnehmer auf die Platzierungsergebnisse warteten, brachte die Frankfurter Band „Heartbeat“ mit ihrem Echtzeit-Rap das Publikum zum Beben. Vonseiten des Dudens gab es erstmalig eine ausführliche Begriffsklärung inklusive Publikumsquiz.

Frankfurt Sachsenhausen: Rechtschreibwettbewerb ist einzigartiger Wettkampf

„Deutschland schreibt! Der große Rechtschreibwettbewerb“ ist ein in Deutschland einzigartiger Wettkampf, der seit 2012 die Sprachkultur in der sportlich-heiteren Atmosphäre eines öffentlichen Wettstreits fördert. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft möchte mit dem Projekt für das richtige Schreiben begeistern. „Wir sprechen eine gemeinsame Sprache, aber wir formen auch eine Sprachkultur. Dazu gehört nicht nur das flüssige Lesen, sondern auch das richtige Schreiben. Korrekt schreiben zu können ist wichtig. Denn man sieht es. Das zu erleben und zu erfahren ist das Ziel unseres Rechtschreibwettbewerbs“, sagte Professor Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Die Sieger des Wettstreits in Frankfurt sind nun für das „Deutschland schreibt!“-Finale am 16. Juni qualifiziert, das erneut in Frankfurt stattfinden wird. Dort treffen sie auf die Gewinner der anderen Lokalwettbewerbe, die in Wiesbaden, im Main-Kinzig-Kreis, in Hamburg, Trier, Rheinbach und erstmalig auch in Eisenach/Thüringen stattfinden.

Mittlerweile ist aus der Idee eine regelrechte Rechtschreib-Bewegung geworden. 2019 konnte das Rechtschreibtraining auch auf Grundschulen und auf die Mittelstufe ausgeweitet werden. Über den Verlauf des vierten Schuljahres trainierten Frankfurter Grundschüler im Projekt „Die Grundschule schreibt!“ die wichtigsten Themen der deutschen Rechtschreibung. Das Konzept wurde im Schuljahr 2018/2019 mit der Goethe-Uni in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Liebfrauenschule und der Textorschule erstmalig erprobt. An der Frankfurter Anne-Frank-Schule fand im Juni 2019 bereits zum zweiten Mal „Die Mittelstufe schreibt!“ statt. Auch Universitäten („Die Goethe schreibt!“) und Berufstätige („Die Wirtschaft schreibt!“) können sich bei „Deutschland schreibt!“ messen. Alle Infos zum Projekt unter www.deutschland-schreibt.de.

(red)

Er ist ein Vielfraß, keine Frage, denn er schluckt alles, was ihm vor den Rüssel kommt: „Glutton“ ist Englisch, bedeutet Vielfraß und ist gleichzeitig der Name der belgischen Firma, die den Stadtsauger herstellt.

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