50 geschmückte Boote auf dem Main

ESV-Saisonabschluss mit Funzelfahrt

Sonnenuntergang und Skyline-Blick: Die 50 Boote auf ihrem Weg über den Main. Foto: Faure
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Sonnenuntergang und Skyline-Blick: Die 50 Boote auf ihrem Weg über den Main.

Oberrad (jf) – Da war sich mächtig ins Zeug gelegt worden; eine gemalte Skyline auf Papier thronte auf dem Bug eines Bootes, ein Treffen der Papierfiguren Pinguin und Eisbär an einer Palme und die Frage: Gehen wir zu dir oder zu mir?, war Thema auf einem anderen Kajak.

Lampions und Lichterketten allenthalben – seit Verbreitung der LED ist vieles möglich, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es ist die 36. Funzelfahrt des ESV Blau Gold zum Abschluss der Saison. Über 50 Anmeldungen hat der Verein zu dieser Fahrt bekommen, die weiteste Anreise hatten die Sportfreunde aus Speyer. „Andere Vereine unterstützen uns bei der Funzelfahrt“, erklärte Sven Nicol, Leiter der Kanu/Kajak-Abteilung. Beispielsweise der Frankfurter Ruder- und Kanusport Verein Sachsenhausen 1898 mit einem Themenboot zu Halloween. Die haben ihr Bootshaus am Mainwasenweg, gleich in der Nähe der Einstiegstelle im Rudererdorf in Oberrad.

Schnell kam man auf die Problematik des Eisenbahnsportvereins Blau Gold, speziell der Ruderer, zu sprechen. „Seit fünf Jahren haben wir kein festes Bootshaus mehr“, sagte Anke Kienle. Der Sportverein, 1950 von Eisenbahnern in Sachsenhausen gegründet, sucht händeringend nach einem Vereinsdomizil für die Ruderer. Nun wurde wenigstens ein Trockenbootshaus in Höchst als Unterstellmöglichkeit für die Sportgeräte im Winter gefunden. Mit den Wassersportfreunden aus Niederrad gibt es eine leider auslaufende Kooperation, dort beim SV Blau Gelb endet auch die diesjährige Fahrt mit Grillwürstchen, Salaten und Getränken.

In der Saison sind die rund 70 Ruder-Sportler des ESV Blau Gold mit Wildwasserkajaks, See- und Wanderkajaks und Kanadiern unterwegs. Und die Funzelfahrt ist ein inzwischen traditioneller Saisonabschluss. „Wir schauen immer nach dem Vollmond, wenn wir den Termin festlegen. Das ist so, weil die Idee auf der Nidda geboren wurde. Im Frankfurter Stadtgebiet gibt es ja eigentlich genügend Licht – auch nachts“, erklärte Anke Kienle. Unbeleuchtete Boote dürfen nachts nicht fahren – doch mit viel Fantasie und Bastelarbeit sowie einer Genehmigung der DLRG waren schließlich alle rund 50 Boote – darunter Kanus, Kajaks, Drachenboote und Stand Up Paddles – beleuchtet.

Sogar Preise, wiederholt vom Ausrüster Globetrotter gesponsert, wurden vergeben; für die weiteste Anreise, den jüngsten Teilnehmer, das schönste Boot. Als sich der leuchtende Bootskorso bei beginnender Dunkelheit Richtung Stadtmitte in Bewegung setzte, wurde er von vielen Menschen bestaunt.

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