Zur Musik krabbeln und spielen

Erstes Klassikkonzert für Babys voller Erfolg

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So ein Konzert hat Pianist Philippe Labutin bisher noch nicht erlebt. Doch für ihn ist es wichtig, Kindern den Zugang zu Musik zu ermöglichen.

Sachsenhausen (nma) – Ein Konzert, bei dem gekrabbelt, geschrien und gespielt werden darf. Das ist die Idee von Antonio Marcan. Der Musiker hat „Klassik Baby“ ins Leben gerufen und möchte jungen Familien so einen ganz besonderen Zugang zu klassischer Musik ermöglichen. Das erste Konzert fand am vergangenen Wochenende statt.

Antonio Marcan ist sehr zufrieden. Etwas ungeduldig wartet er dennoch in der Eingangshalle der Freiherr-vom-Stein-Schule in Sachsenhausen, doch sämtliche Sorgen, die er sich gemacht hat, waren unberechtigt. „Der Raum ist fast voll. Es kommen immer mehr Leute“, freut er sich. Marcan ist selbst professioneller Pianist. Für Klassik Baby tritt er allerdings in erster Linie als Veranstalter auf. „Wir haben das alles in wenigen Wochen organisiert und das war wirklich viel Arbeit“, erinnert er sich. Doch hat sich der Aufwand gelohnt, denn ankommende Eltern können sich mit ihren Kindern professionell von einem Fotografen ablichten lassen und eine Bäckerei sorgt für Croissants, Muffins – und natürlich Kaffee. „Ich gebe privat Klavierunterricht, weil mir sehr viel daran liegt, Kinder musikalisch zu fördern und sie mit Musik in Berührung zu bringen“, sagt der junge Frankfurter Musiker. „Die Kinder dürfen heute spielen, lachen, krabbeln und auch schreien.“ Er selbst habe eine gewisse Vorliebe für unkonventionelle Konzerte. Beispielsweise tritt Marcan deutschlandweit auf Weihnachtsmärkten mitten in der Menschenmenge auf. In Frankfurt hat ihn der ein oder andere womöglich schon mit seinem mobilen weißen Flügel in der Fußgängerzone erlebt.

„Vielleicht werde ich bald eine Firma gründen, die sich genau darauf spezialisiert. Doch wir werden nach dem Konzert heute alles erst einmal sacken lassen. Ich denke aber, dass das nicht das letzte Klassik Baby-Konzert ist“, kündigt er an. Leichte klassische Musik gibt es zu hören. Darunter Werke von Chopin und Beethoven. Für Pianist Philippe Labutin ist das ein Konzert wie er es selten erlebt, doch sei er von Anfang an Feuer und Flamme gewesen. „Klassische Musik wirkt auf Kinder definitiv beruhigend“, weiß er. „Musik bewegt Menschen, also hat sie sicher auch auf Babys einen gewissen Einfluss.“ Babys würden durch die live vorgetragene Musik neue Wahrnehmungen erfahren können. „Ich dachte mir gleich, dass das ein spannendes Projekt ist. Und mir war schon immer wichtig, klassische Musik zu verbreiten und bekannt zu machen“, sagt Labutin. „Das Konzert heute ist also im Einklang mit den Motiven, aus denen ich Musik mache.“ Der Veranstaltungssaal ist zu diesem Zeitpunkt restlos gefüllt. Auf Decken haben es sich zahlreiche Eltern mit ihren Kindern bequem gemacht und lauschen der kurzen Begrüßung von Antonio Marcan. Dann beginnt Philippe Labutin zu spielen und die Kleinen lauschen gebannt.

Es wird schlagartig leise im Saal und einige Kinder nähern sich dem Piano vorsichtig und mit großen Augen. Geklatscht wird am Ende des Stückes aber nicht. Nur winken sollen die Besucher, denn die Musik könnte auf den ein oder anderen kleinen Zuhörer eine so tief gehende und beruhigende Wirkung haben, dass der Schlaf eintritt. Und bei diesem Konzert ist einschlafen ausnahmsweise erlaubt.

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