Mit einem Fest sagen Schüler und    Lehrer Good bye/Gute Wünsche für den Neustart

Wallschule: Abschied und    Neuanfang

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Die Schüler verabschieden sich von der Wallschule in Sachsenhausen. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Dass die Wallschule als Förderschule in der Frankfurter Bildungslandschaft keinen Platz mehr haben wird, war seit Langem klar. Das Konzept „Modellregion Inklusive Bildung“ sah bereits 2014 die Schließung von vier Förderschulen vor.

Mit der Wallschule zieht auch das Sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentrum Süd, das aktuell für 20 allgemeine Schulen zwischen Schwanheim und Oberrad zuständig ist, nach Niederrad um.

Wenn jedoch die Umstrukturierung tatsächlich greifbar wird, stellt sich Wehmut ein. Das war kürzlich bei der Verabschiedung vielen Lehrern und den 34 verbliebenen Schülern aus den Klassenstufen acht, neun und zehn sowie auch den ehemaligen Pädagogen, Mitarbeitern und Lernenden anzumerken. „Natürlich sind wir traurig, wenn wir hier wegziehen müssen. Wir waren mit der Wallschule mitten in der Stadt, ziehen nun in ein weiter von der City entferntes Quartier. Aber das Fest soll auch klar machen: Den Spirit der Wallschule nehmen wir mit“, sagte Bettina Seifert vom Organisationskomitee.

Mit „The Final Countdown“ begann die Abschiedsfeier in der mit Lichterketten geschmückten Turnhalle der Wallschule. Michael Lehner, seit 17 Jahren Lehrer an der Wallschule, und Markus Weil, der seit 31 Jahren an der Schule unterrichtet, moderierten den offiziellen Teil des Abends.

Bettina von Haza-Radlitz vom Staatlichen Schulamt sprach über die Wallschule im Wandel der Zeit. 1947 zog die Schule in das ehemalige Gebäude der aufgelösten Gellertschule, das wieder aufgebaut worden war. Knapp 40 Jahre später wurde über die Förderschulen diskutiert, seither ist der Streit nicht mehr verstummt. „Auf jeden Fall ist die Expertise der Förderschulkräfte gefragt wie nie“, sagte von Haza-Radlitz.

Monika Ripperger vom Stadtschulamt betonte: „Der Umzug ist nicht nur ein Ende, sondern auch ein neuer Anfang mit bewährten und kompetenten Fachkräften.“ Sie lobte die „großartige Identifikation an der Wallschule“ und dankte allen Beteiligten für ihre gute Arbeit.

Eva Seifert, Leiterin der Kooperativen Gesamtschule Niederrad, war ebenfalls gekommen und ermutigte: „Im neuen Jahr beginnen Sie in einem neuen Haus in guter Lage in Mainnähe. Beide Schulen werden voneinander lernen.“

Mitarbeiter vom Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit verabschiedeten sich – sie ziehen nicht mit um. Aber sie bedankten sich bei den Lehrkräften, „freundliche und offene Menschen, die sich mit Wärme, Herz und Engagement für ihre Schüler einsetzen.“ Auf jeden Fall sollten sie den Spirit der Wallschule mitnehmen. Als Erinnerung überreichten sie dem Schulsprecher einen kleinen Elefanten – das damit zusammenhängende Spiel würden die Schüler schon erklären.

Schulleiter Jan Kofranek und seine Stellvertreterin Roswitha Bonacker stellten zum Schluss 19 Bausteine auf. Wenn schon nicht die ganze Schule als Gebäude umziehen kann, dann sollten wenigstens einige wichtige Elemente mit zum neuen Ort genommen werden. Darunter Freundschaft, Beständigkeit, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Heimatgefühl, Sport-Erfolge und Veränderungskompetenz.

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