Valentinssegen in St. Bonifatius mit Herz, Rosen und Weihrauch

„Dein ist mein ganzes Herz“

Gleich am Eingang von St. Bonifatius weist ein großes rotes Herz auf den besonderen Gottesdienst hin. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Manche Paare saßen eng aneinandergeschmiegt auf den Stühlen, andere zwar nebeneinander, aber doch war Raum zwischen ihnen.

Pfarrer Uwe Michler erzählte zu diesem besonderen Gottesdienst mit Paarsegen in St. Bonifatius die Geschichte vom Heiligen Valentin, Patron der Verliebten. Er war ein Bischof – Valentin von Terni – der Liebespaare im dritten Jahrhundert trotz Verbotes christlich getraut hat. Ihm wurde der Prozess gemacht, am 14. Februar 269 wurde er in Rom hingerichtet und starb als Märtyrer. Dieser Hintergrund des Valentinstages ist in Vergessenheit geraten, deshalb erinnerte der Pfarrer daran. „Der Gottesdienst steht unter dem Motto ‚Dein ist mein ganzes Herz‘ nach dem Lied von Heinz Rudolf Kunze“, sagte Michler. Dann las er aus dem 1. Johannesbrief, in dem es heißt: „Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott ...“

Pastoralreferentin Doly Kadavil erzählte vom „Kleinen Prinzen“ im weltbekannten Buch von Antoine de Saint-Exupéry. Der kümmerte sich nicht nur um seine ganz besondere Rose, er freundete sich später auch mit dem Fuchs an und sagte zu den vielen anderen Rosen: „Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts … Niemand hat sich euch vertraut gemacht, und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt.“

Kadavil stellte mit Blick auf drei Rosensträuße hinter dem Weihrauchfass fest: „Wie die Rose leuchtet, kann ein Mensch für einen anderen Menschen leuchten.“ Liebe halte Wahrheit aus, sage ja zu einem anderen Menschen mit all seinen Fehlern. „In der Liebe gilt nicht: Wie du mir, so ich dir“, bemerkte die Pastoralreferentin. Dennoch ist die Liebe nicht einfach da und dauere ewig an, sondern müsse wie die Rosen gegossen, gepflegt, gedüngt, zurückgeschnitten und manchmal umgesetzt werden.

Auf den Sitzen lagen Blätter mit dem Bild einer Rose. Wer wollte, konnte aufschreiben, was der Partnerschaft, in der er sich befindet, guttun würde – nach eigener Einschätzung. Oder was einem selbst, wenn man alleine war, guttun würde. Paare konnten die Blätter später austauschen und über das Notierte reden. Dazu erklang auf der Orgel Heinz Rudolf Kunzes Lied „Dein ist mein ganzes Herz“.

Wer mochte, konnte sich im Anschluss an den Gottesdienst noch persönlich segnen lassen. Viele nahmen das Angebot an.

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