„Open-Hair-Special“ auf dem Parkplatz der Jahrhunderthalle

Bülent Ceylan rockt in Frankfurt dreimal unter freiem Himmel

Die Sonne geht unter und Bülent Ceylan begeistert sein Publikum. 
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Die Sonne geht unter und Bülent Ceylan begeistert sein Publikum.

Unterliederbach (gre) – Der Mannheimer Comedian Bülent Ceylan war am Wochenende in Frankfurt zu Gast! Freitag, Samstag und Sonntag präsentierte er sein neuestes Programm Open Air. Doch diesmal ganz anders, als noch vor Corona-Zeiten.

Die Sonne geht langsam über Frankfurt unter. Auf einem Parkplatz vor der Jahrhunderthalle stellen immer mehr Menschen ihre Wagen ab. Schräg, vor einer Bühne und zwei großen LED-Leinwänden. Sie holen sich Nachos, Popcorn und ein Radler. Sie warten. 

Plötzlich geht es los: Der Mannheimer Comedian Bülent Ceylan stürmt auf die Bühne. Er öffnet sein langes, schwarzes Haar, wirbelt es durch die Luft. Die Autos hupen wie wild. „Ich hätte nie gedacht, dass ich nach 22 Jahren Comedy mal mit der Teetasse in der Hand Autos angucke“, schallen die Worte des 44-Jährigen durch die Autoradios. Draußen hingegen ist es ganz still. Er nippt an seinem Chai.

Jahrhunderthalle und S-Promotion machen gemeinsame Sache

Ein Sommer ohne Veranstaltungen? Vor Corona kaum denkbar. Und doch gibt es jetzt erhebliche Einschränkungen. Doch davon hat sich die Jahrhunderthalle nicht unterkriegen lassen und mit einigen Veranstaltern ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt. Entstanden ist dabei etwas ganz Neues: Die „Stage Drive Kulturbühne“.

Auch Bülent Ceylan war mit dem „Open-Hair-Special“ seines Programms „Luschtobjekt“ am Wochenende an gleich drei Abenden Teil dieses neuen Konzepts.Wenn auch zunächst etwas ungewohnt, fühlt sich der Mannheimer bei der Premiere am Freitagabend bald sichtlich wohl in „Frankfort“. Er muss oft über sich selbst lachen. Sein Publikum lacht mit, auch wenn er es nicht hören kann.

Harald, Hassan und Anneliese mit im Gepäck

Er wechselt zwischen beliebten Rollencharakteren. Den Anfang macht Harald, den Ceylan dem Schrebergarten-Nachbarn seines verstorbenen Vaters nachempfindet. Harald richtet eine Kamera auf die Autos und zoomt rein, dann synchronisiert er seine Gäste – so auch zwei Damen. Er fragt: „Seid ihr Familie? Nee?“ Und synchronisiert: „Nein wir sind zwei getrennte Haushalte.“ Die Frauen lachen und lachen. „Net verregge!“, kontert Harald.

Der Comedian legt die Verkleidung ab und berichtet von sexueller Aufklärung in 2020: „Da gibt es das Ladegerät-Männchen und das Smartphone-Weibchen ...“ Die Show geht mit einem neuen Charakter weiter: Im Superhelden-Kostüm und mit blonder Perücke mimt Ceylan einen zurückgebliebenen Thor. „Aj Leude es is garnet so leicht, sich dumm zu mache.“ Immer wieder hupen die Autos Beifall. 

Seine Figur Hassan rappt daraufhin lässig: „Wer mich disst, dem mach ich Hausbesuch!“ und schreit am Ende „Feiert mich!“. Es folgt die Möchtegern-High-Society-Lady Anneliese. Sie erzählt von ihrer Freundin. „Gisela sagt, sie hat deshalb graue Haare, weil sie zu viel Grauburgunder getrunken hat. Sie ist so dumm“. Anneliese wirft ihr Haar lässig zurück. Sie hat auch schon eine Idee für den Slogan ihres imaginären Bestattungsinstitutes: „Mit Anneliese unter der Wiese“. 

Aus Anneliese wird wieder Bülent und der vermisst sein Haargummi. „Deshalb habe ich immer zwei dabei!“, sagt er und lacht. Und schon verwandelt er sich in den Bockenheimer Hausmeister Mompfred – ganz zur Freude der Frankfurter.

Kleines Rock-Konzert begeistert zum Abschluss

Zum Schluss gibt’s sogar ein kleines Konzert: „Früher wollte ich Opern-Sänger werden“, sagt Ceylan. Die zunächst ungläubigen Gäste werden schnell überzeugt: Er performt Klassik, das Lied „Father and Son“, Westernhagens „Freiheit“, „Engel“ vom Rammstein und „Nothing Else Matters“ von Metallica. Ceylan beweist: Er ist ein Multitalent. Unter einem Hupkonzert von 300 Autos verabschiedet er sich.

In den kommenden Wochen werden unter anderem Michael Mittermeier, Erkan und Stefan, Ingo Appelt, Culcha Candela und die Rodgau Monotones auf der Bühne zu sehen sein. Weitere Infos zu Programm und Tickets gibt es auf www.jahrhunderthalle.de/stagedrive/ oder beim Veranstalter S-Promotion unter www.s-promotion.de.

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