Für die Fachkräfte von morgen

Schüler lernen in der Projektwoche des Gesundheitscamps

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Markus Großmann (rechts), Teamleiter der Akutmedizin im Arbeitsmedizinischen Zentrum, zeigt der 15-jährigen Alexandra (Mitte), wie sie Blutdruck messen kann.

Höchst (red) – Ganz konzentriert misst Alexandra bei Daria den Blutdruck. Sitzt die Blutdruckmanschette richtig? Von wann bis wann hört man das Pochen im Stethoskop? Sie nickt, denn der systolische und der diastolische Wert zeigen an, dass Daria einen Blutdruck im Normbereich hat.

Im Arbeitsmedizinischen Zentrum (AMZ) im Industriepark Höchst probierten Alexandra, Daria und die anderen Teilnehmer des „Hessischen Gesundheitscamps“ vom Seh- und Hörtest bis zum Lungenfunktionstest ganz unterschiedliche Messungen aus. Das AMZ ist einer der Lern- und Erlebnisorte, an denen die Schüler während der Projektwoche der „Hessischen Gesundheitscamps“ hinter die Kulissen schauen und praktische Erfahrungen sammeln können. Das Konzept zur vertieften Berufsorientierung zielt auf eine nachhaltige Fachkräftesicherung in den Bereichen Gesundheit und Pflege und setzt bei Schülern der achten und neunten Klasse ab 14 Jahren an. Die vielfältigen Gesundheitsberufe in Medizin, Pharmazie, Gesundheit und Pflege bieten ausgezeichnete Perspektiven für die Zukunft, denn bereits jetzt besteht hoher Bedarf an Fachkräften, der sich durch die Auswirkungen des demografischen Wandels weiter verstärken wird. Seit dem Start 2017 wurden durch das Angebot bereits 41 Praktikanten und elf Auszubildende vermittelt.

Die 15-jährige Alexandra ist Schülerin der Georg-Büchner-Schule in Rodgau und hat bereits ein Praktikum bei der Ambulanten Altenpflege gemacht: „Das Praktikum und der Kontakt mit den älteren Menschen hat mir viel Spaß gemacht. Beim Gesundheitscamp mache ich mit, um zu sehen, welche Berufe mir noch gefallen.“

Die Hessischen Gesundheitscamps sind eine Gemeinschaftsinitiative zur Fachkräftesicherung im Wandel der Arbeitswelt vom Land Hessen, der Bundesagentur für Arbeit und des Bildungsexperten Provadis. Die Initiative wird jeweils zur Hälfte aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Unterstützt wird das Projekt zudem vom Hessischen Kultusministerium.

Jugendliche aus der Region nutzten die Möglichkeit, sich im Rahmen der Hessischen Gesundheitscamps über Gesundheitsberufe zu informieren.

Die Bundesagentur für Arbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine lebensbegleitende Berufsberatung entlang der gesamten Bildungs- und Erwerbsbiografie anzubieten: „Schülern fällt es häufig schwer, sich einen Überblick über die vielfältigen schulischen, beruflichen und universitären Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten zu verschaffen. Die Hessischen Gesundheitscamps sind eine hervorragende Möglichkeit, innerhalb einer Woche einen Einblick in das Berufsfeld Gesundheit und Pflege zu erhalten“, sagt Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. „Seit Jahren verzeichnen wir einen steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften im Gesundheitswesen. Für junge Menschen bietet sich hier bereits jetzt ein krisensicheres Berufsfeld mit Zukunftsperspektive und guten Jobchancen. Ich freue mich, dass wir bereits im dritten Jahr zahlreiche junge Menschen davon überzeugen konnten, sich mit der Vielfalt der Berufe in Pflege, Medizin, Pharmazie und Gesundheit auseinanderzusetzen.“

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